1999 – Diskussion um den Verkauf der Kapelle

Soll die Kapelle in Klein Vielen verkauft werden?
Diese Frage trieb im Jahr 1999 so manchen Einwohner der Gemeinde um.
Immerhin war das Thema Gegenstand von Gemeinderatssitzungen, siehe eine nebenstehende Ankündigung im Nordkurier, ein Zeichen dafür, dass es um eine ernst zu nehmende Angelegenheit ging.
Offenbar waren drei junge Familien aus Berlin an die Gemeinde mit dem Ansinnen herangetreten, die Kapelle für Ferien-Wohnzwecke ausbauen zu wollen. Und sie waren auch schon persönlich zu einer Bauausschuss-Sitzung erschienen. Nicht nur der Verkauf der Kapelle, sondern auch von 7000 Quadratmetern umgebenden Geländes standen zur Debatte.
Und offenbar hatten die untere Denkmalschutzbehörde des Landkreises Mecklenburg-Strelitz und alle Fördereinrichtungen, die das im Herbst 1997 fertiggestellte Notdach auf der Kapelle finanziert hatten, für diese Idee bereits grünes Licht gegeben.
Peter Ernst, damals Redakteur des Nordkurier – Strelitzer Zeitung – berichtete am 24. November 1999 darüber, dass die Entscheidung über einen Verkauf vorerst vertagt wurde.
Ein Grund dafür war, dass die Kommunalwahlen in Mecklenburg-Vorpommern vom 13. Juni 1999 zu einer neuen Zusammensetzung der Gemeindevertretung geführt hatten. Die Berliner Familien indessen hatten ihr Anliegen an den vorherigen Gemeinderat herangetragen.
Bei Mitgliedern der neuen Gemeindevertretung, aber auch in der Einwohnerschaft Klein Vielens herrschte wohl Skepsis gegenüber einem Verkauf, drohte doch ein Stück öffentlich zugänglicher Frei- und Erholungsraum verloren zu gehen.

Quellen
EB/mn 1999: Kapelle in Klein Vielen soll verkauft werden. Nordkurier, Strelitzer Zeitung, 19.11.1999.
Ernst, P. 1999: Verkauf der Kapelle ist vorerst vertagt. Nordkurier, Strelitzer Zeitung, 24.11.1999.