Bauarbeiten 2022

Förderverein Jahn-Kapelle dankte dem „Kapellen-Bauteam“ mit einer kleinen Feier

(14.5.2022) Mehr als 20 Beschäftigte und Inhaber der Bauhandwerks-Betriebe, die zwischen dem Beginn der Sanierung der Jahn-Kapelle im Jahr 2017 und heute in verschiedenen Gewerken Hand angelegt hatten, feierten am Donnerstag, den 12. Mai in der Kapelle den erreichten Stand. Der Förderverein Jahn-Kapelle Klein Vielen e. V. hatte sie zu Speis und Trank eingeladen. Auch Architekt Christian Peter und sein Entwurfs-Mitarbeiter sowie Bürgermeisterin Sylvana Reggentin, die stellvertretende Bürgermeisterin Uta Matecki und Kerstin Jürvitz, Fachbereichsleiterin Bau/Ordnung des Amtes Neustrelitz Land, waren zugegen.
Jürgen Krämer vom Förderverein richtete an die Gäste einige Worte des Dankes, die Sie hier nachlesen können:
„Ich begrüße alle ganz herzlich hier in der Jahn-Kapelle auf dem Klingenberg in Klein Vielen.
Wir haben heute eine Premiere. Wir feiern nämlich das erste Mal in der Jahn-Kapelle. Dass wir heute in diesem wunderschönen Raum stehen und nicht in einer Ruine und auch keine Angst haben müssen, dass uns ein Stein auf den Kopf fällt, dazu haben Sie alle sehr viel beigetragen.
Ich möchte nicht wissen, wie oft jeder von Ihnen den steilen Klingenberg hochgestapft ist, beladen mit Eisen, Holz Ziegeln, Glas, Werkzeug oder Blech.
Fünf Jahre lang wurde hier oben bei Wind und Wetter das Tageswerk besprochen und gearbeitet. Dass die Restaurierung der Jahn Kapelle nicht nur durch ihre Lage auf dem Klingenberg keine 0815-Aufgabe war und noch ist, das ist allen hier im Raum bewusst. Die Planung, der Gerüstbau, die Zimmerer- und Maurerarbeiten, die Verglasung und Verblechung erforderten von allen, die hier Hand angelegt haben, eine Menge handwerklichen Könnens und Sachverstands.

Am letzten Wochenende waren im Gottesdienst in Peckatel Teile der Schöpfungsgeschichte zu hören. Das ist eine Geschichte aus der Bibel, in der sich die Menschen vor 2.500 Jahren die Entstehung der Welt erklärt haben. Gott schuf Himmel und Erde und die ersten Menschen Adam und Eva in sechs Tagen und am siebten Tag ruht er sich aus und betrachtet sein Werk. Und dann sagt er zu sich selbst: das habe ich doch ganz gut hinbekommen.
Wir sind auf dem Klingenberg noch nicht ganz fertig und heute ist ja erst Donnerstag. Aber wir drücken jetzt mal auf die Pausentaste und betrachten, was in den vergangenen fünf Jahren von Ihnen geleistet wurde. Ich denke, Sie können alle sehr stolz darauf sein. Vielen Dank.“

Sanierung des Portals:
nach einer kleinen Pause geht es weiter…

(13.5.2022) Nun hat das Team „Jammi und Manni“ am Portal der Jahn-Kapelle erst einmal fast alle Steine verbaut, die von der Ziegelbrennerei geliefert worden waren.
Jetzt heißt es: warten. Einige Steine für die Bekrönung der Fialen, die das Portal begleiten, und auch die für den Giebel liegen noch im Brennofen und werden etwa Ende Juni erwartet.
Manni deutet an, wie die Spitzen auf den Fialen aussehen werden. Die Steine für die Fialspitze, die er hier präsentiert, konnte Jammi noch nicht vermauern, da noch ein Zwischenstück fehlt.
Wie prächtig die Fialen aussehen werden, zeigt sich schon an der etwa 60 cm hohen Fialspitze. Auch die steinerne Kreuzblume, die den Giebel bekrönte und wieder bekrönen wird, liegt noch im Brennofen. Wie das Portal nach den Analysen des Architektenteams um Christian Peters aussah und wieder aussehen soll, zeigt der Ausschnitt aus dem Entwurf.

Der Portalgiebel wächst…

(11.5.2022) Das Maurerteam baut derzeit den Giebel des Portals an der Jahn-Kapelle wieder auf, wie das Bild zeigt, und die Konturen des Portals zeichnen sich auf dem rechten Foto bereits ab.

Die Sanierung des Portals der Jahn-Kapelle hat begonnen!

(6.5.2022) Es ist soweit: der vorläufig letzte Bauabschnitt hat begonnen, der die Sanierung des Portals der Jahn-Kapelle zum Ziel hat.
Seit einigen Tagen ist das bewährte „Team Jammi+Manni“ wieder am Werk. Beide kennen das Bauwerk mittlerweile in- und auswändig und fühlen sich nun ein wenig geehrt, ihm den letzten Schliff zu geben.
Zunächst bauten sie mit Hilfe eines Radladers – der Fahrer ist dem Schreiber dieser Zeilen leider nicht bekannt – vorsichtig eine schöne, aber auch schwere Türschwelle aus Granit ein.
Mehrmals musste der Stein ein- und ausgebaut werden, bis er wasserwagengenau in die Laibung passte. Nun kann man das Ergebnis bewundern.
Diesen geschliffenen Granitstein hat übrigens Bernd Werdermann
aus Neustrelitz gespendet – herzlichen Dank!
Nun ging es an den Aufbau des Baugerüstes und die Maurerarbeiten konnten beginnen. Etliche schadhafte Steine müssen herausgestemmt werden und das erweist sich vereinzelt als „sauschwer“. Jammi brauchte für einen Stein bis zu 90 Minuten, so hart war der historische Mörtel.
Stein für Stein bauen Maurer Jammi und sein Helfer Manni, der die Steine vorbereitet und zum Teil zuschneiden muss, zunächst die Fialen wieder auf, die das Portal begleiten.
Das bestimmt ihre Arbeit sicher noch in der kommenden Woche. Erst dann werden sie den Wimperg, den Ziergiebel über dem Portal, in Angriff nehmen können. Den Baufortschritt werden Sie auf dieser Seite verfolgen können.

Maßarbeit … die Jahn-Kapelle hat wieder eine Tür!

(19.03.2022) Heute war es soweit. Jürgen Krämer und Philipp Schalinski machten sich ans Werk und setzten die Kapellentür und das Oberlicht in die Laibung ein. Und nach gerade einmal zwei Stunden war es bereits vollbracht. Alle Maße stimmten, Türflügel und Oberlicht passten!  Beiden Akteuren sah man ihre Freude darüber an.
Die Türkassetten wurden noch mit gußeisernem Schmuck versehen, und am Ende sah es fast so aus, als gehörte diese Tür schon immer zu dem herrlichen Buttel-Bau.
Schlagartig änderten sich Klima und Akustik im Innern des neogotischen Bauwerks, pfiff doch zuvor durch das offene Gittertor ständig der Wind und verhinderte, dass man den Innenraum als Klangraum spüren konnte.
Bleibt an dieser Stelle nur noch, herzlich zu danken für dieses wunderbare – und gespendete – Ergebnis handwerklicher Arbeit!!
In Kürze wird die Tür noch eine Schwelle erhalten. Die von Bernd Werdermann/Neustrelitz gespendete schöne Granitschwelle liegt schon bereit.

Seine Arbeit für die Jahn-Kapelle
kann nicht genug gewürdigt werden…

(12.3.2022) Jürgen Krämers Beitrag zur Restaurierung der Jahn-Kapelle kann nicht überschätzt werden.  
Bereits die Holzfenster in der Laterne der Jahn-Kapelle waren das Werk seiner Tischlerhandwerkskunst und der seines damaligen Wandergesellen.
Und in den zurückliegenden Wochen hat er mit kleinen Granitsteinen, die Bernd Werdermann von der gleichnamigen Firma in Neustrelitz gespendet hat, die großflächig zerstörten Fußbodenflächen in der Kapelle ausgebessert. Dadurch wird es nun möglich werden, in der Kapelle Veranstaltungen durchzuführen.
Außerdem ist es eine nachhaltige Zwischenlösung für den einst vollständig gefliesten Fußboden. Weitere Zerstörungen werden vermieden und jegliche alternative denkmalpflegerische Vorstellungen bleiben möglich.

Und das ist noch nicht alles, was Jürgen Krämer für den Erhalt des Baudenkmals geleistet hat. Denn er hat in seiner Werkstatt auch noch die Tür der Jahn-Kapelle getischlert. Die Kapellentür ist aus Kiefernholz, zweiflügelig und trägt ein Oberlicht.
Die Herstellung der Tür war eine sehr anspruchsvolle Arbeit. Die Türflügel müssen haargenau in die Türlaibung passen.
Türanschlag, Türschwelle und die Verbindung zwischen Tür und dem vorgesehenen Oberlicht im gotischen Spitzbogen des Kapelleneingangs mussten genau ausgemessen werden.
Mehrfach hat Jürgen Krämer die Türflügel mit Holzlack gestrichen.
Auch die Türverzierungen hat er besorgt. Internetportale halfen dabei, geeignetes Material zu finden wie Beschläge, Kassetten-Schmuck und Elemente für das Türschloss. Zum Teil saßen sie andernorts einst an alten Kirchentüren.
Was nur die Wenigsten wissen: Seine Tischlerarbeit für die Herstellung der Fenster und der Tür und auch die Pflasterarbeiten hat er unentgeltlich geleistet.

Wenn es einen Kapellenorden gäbe, so müsste man ihn Jürgen Krämer an die Brust heften.

Am gestrigen Freitag hat er mit Unterstützung von Jörg und „Krischi“ Botta, die beide ebenfalls schon bei zahlreichen Einsätzen für die Restaurierung der Kapelle und ihres Umfeldes dabei waren, die Tür in die Kapelle gebracht. Ob Tür und Oberlicht nun richtig ausgemessen wurden und in die Laibung passen, wird sich in etwa zwei Wochen zeigen. (Fotos: H. Behrens)

Umsetzung der denkmalpflegerischen Zielsetzung im ehemaligen Gutspark Klein Vielen

(25.01.2022) Im Jahr 2018 reichte die Gemeinde Klein Vielen eine denkmalpflegerische Zielsetzung für den denkmalgeschützten ehemaligen Gutspark in Klein Vielen. Zum Gartendenkmalbereich gehören neben dem Gutspark die Allee zum Klingenberg und der Klingenberg selbst.
Im Oktober des Jahres wurde die Zielsetzung vom Landesamt für Kultur und Denkmalpflege M-V  bestätigt und auch die Untere Naturschutzbehörde gab im November 2018 ihr grundsätzliches Einverständnis.
Ein wesentlicher Bestandteil der Zielsetzung ist die Wiederherstellung von Sichtbeziehungen zur Jahn-Kapelle. Der Umsetzung dieses Ziels dienten kürzlich Baumfällarbeiten auf dem Klingenberg. Fahren oder wandern Sie ruhig einmal auf der sogenannten KAP-Straße entlang.
Der Name rührt daher, dass die Straße während der Zeit der „Kooperativen Abteilung Pflanzenproduktion“ in den 1970er Jahren angelegt wurde. Manche nennen sie auch „Europa-Straße“. Sie beginnt am Abzweig kurz vor Adamsdorf und verläuft zunächst durch den Forst, dann zwischen den beiden archäologischen Denkmälern „Kleiner“ und „Großer Geldberg“ entlang hin zum Strelitzer Berg, mit 116 m die höchste Erhebung  zwischen Müritz und Neustrelitz, und trifft dann auf die Verbindungsstraße zwischen Liepen und Klein Vielen.
Vom „Gipfel“ der Endmoräne haben Sie einen einzigartig schönen Blick in die Grundmoräne hinein, bei klarem Wetter nach Norden bis in den Raum Altentreptow, nach Westen weit über Ankershagen hinaus. Und: Von der Endmoräne haben Sie nun – nach den jüngsten Baumfällungen – auch einen schönen Ausblick auf die Jahn-Kapelle.
Das Foto ist in Höhe des „Großen Geldbergs“ entstanden.
In den nächsten Wochen muss auf dem Klingenberg und um die Jahn-Kapelle herum noch aufgeräumt werden. Ein Gartenbaubetrieb wird die Gemeinde dabei unterstützen. Es werden auch wieder einige Anpflanzungen erfolgen. So standen an der Kapelle in der Vergangenheit Fliederbüsche und sie sollen dort wieder erblühen.
Freuen Sie sich auf Wanderungen zur Kapelle im Frühjahr und Sommer!