{"id":1196,"date":"2017-01-11T15:17:16","date_gmt":"2017-01-11T15:17:16","guid":{"rendered":"http:\/\/kleinvielen-ev.de\/?page_id=1196"},"modified":"2021-07-15T19:29:35","modified_gmt":"2021-07-15T19:29:35","slug":"die-ziegelei-des-maltzanschen-gutes-in-peckatel","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/kleinvielen-ev.de\/?page_id=1196","title":{"rendered":"Die Ziegelei in Brustorf"},"content":{"rendered":"<p>Eines der letzten Zeugnisse der <a href=\"http:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/1456_7_2_Peckatel_1929-Ziegelei-Brustorf-Ende.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-1806 alignright\" src=\"http:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/1456_7_2_Peckatel_1929-Ziegelei-Brustorf-Ende-297x300.jpg\" alt=\"\" width=\"329\" height=\"333\" srcset=\"https:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/1456_7_2_Peckatel_1929-Ziegelei-Brustorf-Ende-297x300.jpg 297w, https:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/1456_7_2_Peckatel_1929-Ziegelei-Brustorf-Ende-768x776.jpg 768w, https:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/1456_7_2_Peckatel_1929-Ziegelei-Brustorf-Ende.jpg 1005w\" sizes=\"(max-width: 329px) 100vw, 329px\" \/><\/a><br \/>\n&#8222;Industriegeschichte&#8220;\u00a0des Maltzanschen Gutes in Peckatel steht zwischen Peckatel und Brustorf.<br \/>\nBis 1929 existierte an der Stelle eine Ziegelei, die zusammen mit einem S\u00e4gewerk und einer Kartoffelflockenfabrik einen kleinen &#8222;Industriepark&#8220; darstellte. Die Ziegelei firmierte unter dem Namen &#8222;Ziegelwerk Brustorf G.m.b.H.<br \/>\nUm die Wende zum 20. Jahrhunderts war ein Rahn Verwalter des Betriebes, ab 1918 Wilhelm Graupmann.<br \/>\nDer Geologe Eugen Geinitz beschrieb in seiner &#8222;Geologie Mecklenburgs&#8220; einst die Bodenverh\u00e4ltnisse in Brustorf:<br \/>\n<em>&#8222;Sehr interessante Lagerungsverh\u00e4ltnisse zeigen die Tongruben der Ziegelei Peckatel: W\u00e4hrend fr\u00fcher dicht an der Endmor\u00e4ne grauer Geschiebemergel abgebaut wurde, hat die etwas n\u00f6rdlich davon angelegte neue Ziegelei auch Diluvialton (mit Sandbedeckung) unter Geschiebemergel angefahren. Diese Sedimente zeigen starke St\u00f6rungen in Gestalt von Verwerfungen und schollenartigen Verschiebungserscheinungen (bei denen der Ton wohl in fest gefrorenem Zustande war). Mor\u00e4nenblocklehm und -kies bedecken das Ganze und greifen auch buchtenf\u00f6rmig ein&#8220; <\/em>(Geinitz 1922: 89).<\/p>\n<p>Weihnachten 1929 brannte der Komplex ab. In der &#8222;Landeszeitung&#8220; vom 26.12.1929 war zu lesen:<a href=\"http:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Ruine-nach-1929-wiederaufgeb-Ziegelei-Brustorf-um-1960-Foto-Krull.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-4352 alignright\" src=\"http:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Ruine-nach-1929-wiederaufgeb-Ziegelei-Brustorf-um-1960-Foto-Krull-1008x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"329\" height=\"334\" srcset=\"https:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Ruine-nach-1929-wiederaufgeb-Ziegelei-Brustorf-um-1960-Foto-Krull-1008x1024.jpg 1008w, https:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Ruine-nach-1929-wiederaufgeb-Ziegelei-Brustorf-um-1960-Foto-Krull-295x300.jpg 295w, https:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Ruine-nach-1929-wiederaufgeb-Ziegelei-Brustorf-um-1960-Foto-Krull-768x781.jpg 768w, https:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Ruine-nach-1929-wiederaufgeb-Ziegelei-Brustorf-um-1960-Foto-Krull.jpg 1772w\" sizes=\"(max-width: 329px) 100vw, 329px\" \/><\/a><br \/>\n<em>&#8222;Das Gro\u00dffeuer brach gegen 5 Uhr morgens aus. Bald standen die Kartoffelflockenfabrik und das Dampfs\u00e4gewerk in Flammen. Die dort lagernden Holzvorr\u00e4te boten dem Feuer reichlich Nahrung. Die Feuerwehren aus Penzlin, Hohenzieritz und Peckatel eilten herbei, die Penzliner Wehr mit ihrer Motorspritze. Aber auch die vereinten mit aller Energie arbeitenden Kr\u00e4fte waren dem verheerenden Brande gegen\u00fcber machtlos. Der starke Wind trieb die Flammen \u00fcber den gesamten Geb\u00e4udekomplex und \u00e4scherte ihn vollst\u00e4ndig ein. Au\u00dfer einigen Bretterstapeln und wenigen ungeschnittenen Tannen blieben nur die beiden riesigen Schornsteine \u00fcbrig, die aus dem Tr\u00fcmmerhaufen als Wahrzeichen der fr\u00fcheren Arbeitsst\u00e4tten hervorragen.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Als Ursache f\u00fcr den Brand wurde damals Brandstiftung angenommen. Der Fall blieb ungekl\u00e4rt.<br \/>\nEnde der 1950er Jahre wurden Reste der Geb\u00e4ude &#8222;in freiwilligen Arbeitseins\u00e4tzen&#8220; abgebrochen.<a href=\"http:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/ziegelei-brustorf-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-847 alignright\" src=\"http:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/ziegelei-brustorf-2-200x300.jpg\" alt=\"ziegelei-brustorf-2\" width=\"166\" height=\"250\" srcset=\"https:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/ziegelei-brustorf-2-200x300.jpg 200w, https:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/ziegelei-brustorf-2.jpg 472w\" sizes=\"(max-width: 166px) 100vw, 166px\" \/><\/a><br \/>\nDas Foto oben zeigt die Ruine des Ziegeleigeb\u00e4udes in dieser Zeit (Quelle: Archiv G. Krull). Das noch brauchbare Material wurde in Schuppen und anderen Geb\u00e4uden und Bauschutt im Landweg nach Hohenzieritz\u00a0 &#8222;verbaut&#8220;.\u00a0Die Reste eines der beiden Schornsteine (Foto: H. Behrens) zeugen bis heute von der kurzen Industriegeschichte des Maltzanschen Gutes. Die Ziegel in den Fassaden einiger \u00e4lterer H\u00e4user in der Gemeinde geben noch heute Kunde von der \u00f6rtlichen Ziegelbrennerei.<\/p>\n<p>Ziegeleien gab es im Brustorfer Gebiet bereits seit der Mitte des 18. Jahrhunderts, bei denen es sich vermutlich um Feldziegeleien handelte. Im Herzoglich Mecklenburg-Schwerinschen Staatskalender der Jahre 1795 und 1796 wird eine Ziegelei in Brustorf, 1804 eine dort und zus\u00e4tzlich bei der &#8222;Peccatelschen H\u00fctte&#8220; verzeichnet.<br \/>\nEin Ziegler namens Ernst B\u00fcnger lebte Anfang des 19. Jahrhunderts in Brustorf. In einem Heiratsregister wird unter dem 22. Oktober 1819 die Heirat seiner Tochter Hanna B\u00fcnger vermerkt (Schubert 1999: 344).<br \/>\nZwischen 1820 und 1879 finden sich im gro\u00dfherzoglichen Staatskalender keine Hinweise mehr auf eine Ziegelei in Brustorf, was aber keine Gew\u00e4hr daf\u00fcr ist, dass es keine mehr gab. Denn im Jahr 1846 wird in den Martinilisten des Kirchspiels Peckatel unter \u201ePeckatelsche Ziegelei\u201c ein Ziegler Ruwoldt\u00a0 mit einem Gesellen genannt. 1869 und 1870 bewirtschaftet ein P\u00e4chter Ple\u00df sowohl den Brustorfer Krug als auch die Ziegelei.<\/p>\n<p>Erst im Gro\u00dfherzoglich Mecklenburg-Schwerinschen Staats-Kalender \u00fcber das Jahr 1880 wird wieder eine Ziegelei in Brustorf verzeichnet, bei der es sich um eines der damals neu gebauten und 1929 abgebrannten Geb\u00e4ude handelte.<\/p>\n<p><strong>Quellen:<br \/>\n<\/strong>Geinitz, E. 1922: Geologie Mecklenburgs. mit geologischer \u00dcbersichtskarte von Mecklenburg. I. Teil: Diluvium und Alluvium (Quart\u00e4r) Rostock.<br \/>\nHerzoglich Mecklenburg-Schwerinscher Staats-Kalender. Schwerin. Verschiedene Jahrg\u00e4nge.<br \/>\nSchubert, F. 1999: Kopulationsregister aus mecklenburgischen Kirchenb\u00fcchern von 1801 bis 1825, Teil A, 2. Lieferung: Waren \u2013 Penzlin. Kitzingen.<br \/>\nLHA Schwerin, Martinilisten des Kirchspiels Peckatel, verschiedene Jahre zwischen 1794 und 1871.<br \/>\n<em>Kartengrundlage f\u00fcr die Skizze:<\/em><br \/>\nKreisarchiv Mecklenburgische Seenplatte, Signatur 1456-7-2: Karte von einem Teile der Feldmark Peckatel mit Brustorf, Amt Waren, Stand 1929 (vor dem Brand)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eines der letzten Zeugnisse der &#8222;Industriegeschichte&#8220;\u00a0des Maltzanschen Gutes in Peckatel steht zwischen Peckatel und Brustorf. 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