{"id":1753,"date":"2017-10-01T12:36:38","date_gmt":"2017-10-01T12:36:38","guid":{"rendered":"http:\/\/kleinvielen-ev.de\/?page_id=1753"},"modified":"2021-10-09T15:21:25","modified_gmt":"2021-10-09T15:21:25","slug":"muehlen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/kleinvielen-ev.de\/?page_id=1753","title":{"rendered":"Windm\u00fchlen"},"content":{"rendered":"<p>Hier erfahren Sie etwas \u00fcber die<br \/>\n<strong><a href=\"http:\/\/kleinvielen-ev.de\/?page_id=4669\">Bockwindm\u00fchle in Klein Vielen<\/a><\/strong><br \/>\n<a href=\"http:\/\/kleinvielen-ev.de\/?page_id=4685\"><strong>Bockwindm\u00fchle in Peckatel<\/strong><\/a><\/p>\n<p><strong>Entstehung und Typen von Windm\u00fchlen<\/strong><br \/>\nWindm\u00fchlen waren in Persien bereits w\u00e4hrend der Regierungszeit des Kalifen Omar (634\u2012644 u.\u00a0Z.) bekannt. In Europa verbreiteten sie sich \u2013 zun\u00e4chst in Frankreich und England \u2013 erst in der Zeit der Kreuzz\u00fcge (Neumann 1907: 1), womit die religi\u00f6s und wirtschaftlich motivierten Kriege zwischen 1095\/99 und dem 13.\u00a0Jahrhundert gemeint sind.<a href=\"http:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Aufbau_Bockwindm\u00fchle.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-4673 alignright\" src=\"http:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Aufbau_Bockwindm\u00fchle.jpg\" alt=\"\" width=\"315\" height=\"390\" srcset=\"https:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Aufbau_Bockwindm\u00fchle.jpg 547w, https:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Aufbau_Bockwindm\u00fchle-242x300.jpg 242w\" sizes=\"(max-width: 315px) 100vw, 315px\" \/><\/a><br \/>\nAb ca. 1300 verbreiteten sich Windm\u00fchlen in ganz Europa (Maywald et. al. 1982: 10), und um 1393 wurde die erste deutsche Windm\u00fchle erbaut (Neumann 1907: 1\u00a0f.).<br \/>\nAuch im heutigen Mecklenburg-Vorpommern hielten die Kenntnisse zum Bau und Betrieb von Windm\u00fchlen in dieser Zeit Einzug. W\u00e4hrend des Mittelalters wurden M\u00fchlen, als einer von vier Bauten, die von besonderem \u00f6ffentlichem Interesse waren, schlie\u00dflich zu einem unverzichtbaren Siedlungselement. Deutlich wird dies auch durch die Tatsache, dass derjenige, der eine M\u00fchle bestahl, das Dreifache eines sonst bei Diebst\u00e4hlen \u00fcblichen Strafgeldes zu zahlen hatte (Kniesz 2015: 83). Mitte des 19. Jh. erlebten Windm\u00fchlen einen letzten Aufschwung, der mit der Aufhebung des Mahlzwanges und der Verk\u00fcndung der Gewerbefreiheit einherging (Gleisberg 1956: 39).<br \/>\nWindm\u00fchlen sind unverkennbar landschafts<em>bestimmende<\/em> Bauwerke, die meist schon aus gro\u00dfer Entfernung sichtbar sind (Kniesz 2015: 83). Mit Windkraft betriebene M\u00fchlen entstanden h\u00e4ufig als Folgeeinrichtung eines Ortes und lagen in den meisten F\u00e4llen verkehrsg\u00fcnstig am Stra\u00dfen- und Wegenetz in der N\u00e4he von Landwirtschaftsfl\u00e4chen. Aufgrund des nur in unregelm\u00e4\u00dfigen zeitlichen Abst\u00e4nden verf\u00fcgbaren Windes, der daf\u00fcr aber eine hohe Arbeitsleistung aufbrachte, musste der Windm\u00fcller operativer arbeiten als der Wasserm\u00fcller. Deshalb dienten Windm\u00fchlen oft nur als Mahl-M\u00fchlen, in den Nordsee-K\u00fcstengebieten jedoch auch als Pumpm\u00fchlen. Wasserm\u00fchlen hingegen \u00fcbernahmen neben dem Mahlbetrieb viele weitere Aufgaben wie das H\u00e4mmern. Windm\u00fchlen unterscheiden sich au\u00dferdem von Wasserm\u00fchlen, indem sie gelegentlich auch als Wohnhaus genutzt wurden (Maywald et. al. 1982: 7 f. und 15). Allgemein lassen sich zwei f\u00fcr unsere Region wichtige Typen der Windm\u00fchlen unterscheiden, die Bockwindm\u00fchlen und die Holl\u00e4nderwindm\u00fchle.<a href=\"http:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/muehlen2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1756 alignright\" src=\"http:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/muehlen2-1024x629.jpg\" alt=\"\" width=\"316\" height=\"194\" srcset=\"https:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/muehlen2-1024x629.jpg 1024w, https:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/muehlen2-300x184.jpg 300w, https:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/muehlen2-768x472.jpg 768w, https:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/muehlen2.jpg 1204w\" sizes=\"(max-width: 316px) 100vw, 316px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die <strong>Bockwindm\u00fchle<\/strong> ist der \u00e4lteste Windm\u00fchlentyp in Europa (Schelle 1999: 22). Sie bestand aus Holz und war im gesamten n\u00f6rdlichen Europa verbreitet (Douffet et. al. 1977: 117). Dieser M\u00fchlentyp wurde als Ganzes mithilfe des herausragenden Sterzes in den Wind gedreht. Der Sterz war bei den Mecklenburger Bockwindm\u00fchlen oftmals als Treppe ausgebildet. Um die M\u00fchle drehen zu k\u00f6nnen, wurde diese auf einem Stamm aufgeh\u00e4ngt, dem sogenanntem Hausbaum. Dieser bestand meist aus einem mind. 0,6 m dicken Eichenstamm und wurde von einem Kreuz, dem namensgebenden Bock, gehalten. Am Ende des Hausbaumes befindet sich zudem ein Zapfen. In Mecklenburg hielten sich bis Mitte des 20. Jh. noch einige Bockwindm\u00fchlen (Gleisberg 1956: 40\u00a0f.). F\u00fcr das Bef\u00f6rdern der Getreide- und Mehls\u00e4cke befand sich an der Au\u00dfenseite der Bockwindm\u00fchlen ein mit Windkraft (und nur im Notfall per Hand) betriebener Aufzug (Maywald et. al. 1982: 18).<br \/>\nIm Gebiet zwischen Lieps und Havelquelle finden sich im Messtischblatt Hohenzieritz von 1884 zwei Standorte von Bockwindm\u00fchlen in <a href=\"http:\/\/kleinvielen-ev.de\/?page_id=4685\">Peckatel<\/a> und <a href=\"http:\/\/kleinvielen-ev.de\/?page_id=4669\">Klein Vielen<\/a>.<\/p>\n<p>[Text Windm\u00fchlen: Marie Abraham, Till Berndt &amp; Vanessa G\u00f6tz, 2021]<\/p>\n<p><strong>Quellen<br \/>\n<\/strong>Abraham, M.; Berndt, T. &amp; G\u00f6tz, V. 2021: Wasserm\u00fchlen und Windm\u00fchlen. In: Hochschule Neubrandenburg, Studiengang Naturschutz und Landnutzungsplanung. Projektbericht Historische Kulturlandschaftselemente als Zeugnisse des Landschaftswandels. Neubrandenburg: 10\u201248.<br \/>\nDouffet, H. et al. 1977: Technische Denkmale in der Deutschen Demokratischen Republik. Hrsg. von der Gesellschaft f\u00fcr Denkmalpflege im Kulturbund der Deutschen Demokratischen Republik. Berlin.<br \/>\nGleisberg, H. 1956: Das kleine M\u00fchlenbuch. Deutsche Heimatb\u00fccherei. Hrsg. vom Kulturbund zur demokratischen Erneuerung Deutschlands \u2013 Zentrale Kommission Natur- und Heimatfreunde. Berlin.<br \/>\nKniesz, J. 2015: Wasserm\u00fchlen im Einzugsgebiet der Havel zwischen Neustrelitz und Feldberg. In: Kaiser, K.; Kobel J.; K\u00fcster, M. &amp; Schwabe, M. (Hrsg.): Neue Beitr\u00e4ge zum Naturraum und zur Landschaftsgeschichte im Teilgebiet Serrahn des M\u00fcritz-Nationalparks. Forschung und Monitoring, Bd. 4. Berlin: 83\u201396.<br \/>\nMaywald, B.; Saalbach, A. &amp; Wagenbreth, O. 1982: Wind- und Wasserm\u00fchlen als technische Denkmale. In: Kulturbund der DDR (Hrsg.): Die M\u00fchlen in Geschichte und Gesellschaft. Berlin.<br \/>\nNeumann, F. 1907: Die Windkraftmaschinen Windm\u00fchlen, Windturbinen und Windr\u00e4der [Reprint]. Leipzig, Holzminden.<br \/>\nSchelle, W. 1999: M\u00fchlenbau. Wasserr\u00e4der und Windm\u00fchlen bewahren und erhalten. Berlin<em>.<br \/>\n<\/em>Kartenausschnitt\u00a0Messtischblatt 1888: Universit\u00e4t Rostock, Projekt Virtuelles Kulturlandschaftslaboratorium (VKLandLab) &#8211; <a href=\"http:\/\/www.vklandlab.uni-Rostock.de\">www.vklandlab.uni-Rostock.de<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier erfahren Sie etwas \u00fcber die Bockwindm\u00fchle in Klein Vielen Bockwindm\u00fchle in Peckatel Entstehung und Typen von Windm\u00fchlen Windm\u00fchlen waren in Persien bereits w\u00e4hrend der Regierungszeit des Kalifen Omar (634\u2012644 u.\u00a0Z.) bekannt. 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