{"id":4463,"date":"2021-03-15T19:34:48","date_gmt":"2021-03-15T19:34:48","guid":{"rendered":"http:\/\/kleinvielen-ev.de\/?page_id=4463"},"modified":"2021-03-17T09:12:12","modified_gmt":"2021-03-17T09:12:12","slug":"das-untergegangene-dorf-stribbow","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/kleinvielen-ev.de\/?page_id=4463","title":{"rendered":"Das untergegangene Dorf Stribbow"},"content":{"rendered":"<p>Stribbow wird 1274 erstmals\u00a0 erw\u00e4hnt und zwar in der Urkunde, mit der F\u00fcrst Nicolaus von Werle den Rittern Bernhard und Heinrich von Peccatel u.\u00a0a. die G\u00fcter L\u00fcbkow, Zippelow, Hohen-Zieritz, Stribbow, Peccatel, Gro\u00df Vielen, Klein Vielen, Brustorf und Langhagen &#8222;mit aller Gerichtsbarkeit, allen Beden und Diensten, allen Freiheiten, Gerechtigkeiten und Kirchenlehen&#8220; verlieh (MUB 2: 478).<a href=\"http:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Brustorff-Wiebeking-A.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-4484 alignright\" src=\"http:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Brustorff-Wiebeking-A-1024x747.jpg\" alt=\"\" width=\"316\" height=\"231\" srcset=\"https:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Brustorff-Wiebeking-A-1024x747.jpg 1024w, https:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Brustorff-Wiebeking-A-300x219.jpg 300w, https:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Brustorff-Wiebeking-A-768x560.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 316px) 100vw, 316px\" \/><\/a><br \/>\nDer Ortsnamensforscher K\u00fchnel f\u00fchrte den Namen auf einen ersten slawischen Siedler zur\u00fcck und deutete Stribbow als &#8222;Ort des Streba&#8220;\u201c (K\u00fchnel 1881: 139).<br \/>\n1408 wird Stribbow noch als Dorf bezeichnet. In dem Jahr verkaufte Vicke von Peccatel zu Prillwitz dem Ritter Joachim von Heidebreke zu Clempenow &#8222;de helfte des dorpes Strebbow mit alle syne thobehoringhe\u00a0 mit alleme rechte&#8220;.<br \/>\nDanach findet sich keine schriftliche Quelle mehr. Daher ist\u00a0nicht bekannt, wann das Dorf unterging, und im Gel\u00e4nde finden sich auch keine Zeugnisse.\u00a0Wo genau der Ort lag, kann daher allenfalls anhand der Topographie des Gel\u00e4ndes vermutet werden.<br \/>\nTeile der ehemaligen Feldmark des untergegangenen Dorfes \u00a0wurden irgendwann dem Gut Peccatel angegliedert (Krull o.\u00a0J.: 6).<br \/>\nAn den Ort Stribbow erinnert bis heute der &#8222;Stribbow See&#8220;, auf \u00e4lteren Kartenwerken sind noch die Flurnamen &#8222;Auf dem Stribbow&#8220;, &#8222;Stribbow-Tannen&#8220;\u00a0 und &#8222;Stribbow-Wiese&#8220; verzeichnet.<a href=\"http:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Stribbow-Schmettau-Sec-XIII.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-4464 alignright\" src=\"http:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Stribbow-Schmettau-Sec-XIII-1024x623.jpg\" alt=\"\" width=\"316\" height=\"193\" srcset=\"https:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Stribbow-Schmettau-Sec-XIII-1024x623.jpg 1024w, https:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Stribbow-Schmettau-Sec-XIII-300x182.jpg 300w, https:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Stribbow-Schmettau-Sec-XIII-768x467.jpg 768w, https:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Stribbow-Schmettau-Sec-XIII.jpg 1177w\" sizes=\"(max-width: 316px) 100vw, 316px\" \/><\/a><br \/>\nInteressant ist, dass auf der Schmettauschen Karte von 1788 etwas nordwestlich von der Flurbezeichnung &#8222;Auf dem Stribbow&#8220; ein Schriftzug &#8222;Alte H\u00fctte D\u00fcsterhoff&#8220; zu erkennen ist, der Standort einer ehemaligen Glash\u00fctte in der N\u00e4he des D\u00fcsterhofs in der N\u00e4he der Siedlung &#8222;Br\u00fcssdorf&#8220; (heute Brustorf), die sich auf der Schmettauschen Karte ebenfalls findet. Hat es sich bei der &#8222;Alten H\u00fctte D\u00fcsterhoff&#8220; vielleicht auch um eine Ziegelei gehandelt? Im Herzoglich-Mecklenburg-Schwerinschen Staatskalender des Jahres 1804 findet sich unter der Aufz\u00e4hlung der Ritterschaften im Herzogtum auch das Gut Klein Vielen mit Liepen, Kuhstall (heute Adamsdorf) und &#8222;Brusdorf Z. Alte H\u00fctte, D\u00fcsterhof&#8220;(Staatskalender 1804: 108). Was bedeutete das &#8222;Z.&#8220;? Beide Geb\u00e4ude oder kleinen Siedlungsteile scheinen damals noch existiert zu haben.<a href=\"http:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Stribbow-MTB-Hohenzieritz-1884-Kopie-Kopie.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-4522 alignright\" src=\"http:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Stribbow-MTB-Hohenzieritz-1884-Kopie-Kopie.jpg\" alt=\"\" width=\"316\" height=\"244\" srcset=\"https:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Stribbow-MTB-Hohenzieritz-1884-Kopie-Kopie.jpg 920w, https:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Stribbow-MTB-Hohenzieritz-1884-Kopie-Kopie-300x232.jpg 300w, https:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Stribbow-MTB-Hohenzieritz-1884-Kopie-Kopie-768x594.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 316px) 100vw, 316px\" \/><\/a><br \/>\nDer Name &#8222;D\u00fcsterhoff&#8220; wird verschiedentlich auch mit der &#8222;Peccatelschen [Glas-]H\u00fctte&#8220; und mit Brustorf selbst in Verbindung gebracht (Krull, o.\u00a0J.). Die nur wenig fr\u00fcher als die Schmettausche Karte erschienene Wiebekingsche Karte von 1786 scheint dies zu best\u00e4tigen. Dort hei\u00dft es unter dem Ortsnamen &#8222;Brusdorff&#8220; etwas kleiner gedruckt &#8222;Alte H\u00fctte oder D\u00fcsterhoff&#8220;.<br \/>\nDie Flur selbst zeigt auf der Karte das gleiche Erscheinungsbild wie das naheliegende &#8222;Heide-Holtz&#8220; \u2013 eine locker mit Gestr\u00e4uch und Gestr\u00fcpp und wenigen B\u00e4umen bestandene Fl\u00e4che, was auf magere Sandb\u00f6den hinweist. Vermutlich waren das ehemalige Ackerfl\u00e4chen, die nach langer Bewirtschaftung so n\u00e4hrstoffarm geworden waren, dass sich der Ackerbau nicht mehr lohnte. Auf dem Messtischblatt von 1884, also fast 100 Jahre sp\u00e4ter, sind auf der Fl\u00e4che bereits Nadelb\u00e4ume verzeichnet, ein Zeichen von Aufforstung. Die Bezeichnung &#8222;Alte H\u00fctte D\u00fcsterhoff&#8220; findet sich nicht mehr. Unterhalb der Flurbezeichnung &#8222;Auf dem Stribbow&#8220; findet sich im Messtischblatt eine Wiese, n\u00f6rdlich von Peutsch, die noch heute mitten im Forst vorhanden ist und zum Gut Peckatel geh\u00f6rte.<br \/>\nEs ist \u00fcbrigens eine Sage \u00fcberliefert, nach der im Stribbow-See weibliche Gottheiten wohnen (Wossidlo 1908).<\/p>\n<p><strong>Quellen<br \/>\n<\/strong>Herzoglich-Mecklenburg-Schwerinscher Staatskalender. Schwerin 1804.<br \/>\nKrull, K. (ohne Jahresangabe):\u00a0Das Bauerndorf Peccatel und die Ortschaften des Kirchspiels.\u00a0Dokumente und Kommentare aus sechs Jahrhunderten von 1250 bis 1850. Nachlass Karlfried Krull im Karbe-Wagner-Archiv Neustrelitz, Signatur Ha 535: Das Bauerndorf Peccatel: S. 5\u20136.<br \/>\nK\u00fchnel, P. 1881: Die slavischen Ortsnamen in Meklenburg. Jahrb\u00fccher des Vereins f\u00fcr Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde <strong>46<\/strong>: 3-168.<br \/>\nLisch, G.\u00a0C.\u00a0F. 1958: Ueber Chotibanz und Chutun. Jahrb\u00fccher des Vereins f\u00fcr Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde <strong>23<\/strong>: 22-32.<br \/>\nLisch, G.C.F. 1844: Urkunden-Sammlung zur Geschichte des Geschlechtes Maltzan. Zweiter Band: 1331-1431. Schwerin: S. 478.<br \/>\nMUB = Verein f\u00fcr Meklenburgische Geschichte und Altertumskunde (Hg.) 1864: Mecklenburgisches Urkundenbuch, Band 2. Schwerin: 478. Urkunde 1317.<br \/>\nWossidlo, R. 1908: \u00dcber die Erforschung der Rethrasagen. Mitteilungen Verband deutscher Verein f\u00fcr Volkskunde <strong>8<\/strong>: 21\u201430. Im Internet unter: https:\/\/de.wikisource.org\/wiki\/Mitteilungen_des_Verbandes_deutscher_Vereine_f\u00fcr_Volkskunde_Nr._8<\/p>\n<p><strong>Kartenausschnitte: <\/strong><br \/>\nMesstischblatt Hohenzieritz von 1884, Studienarchiv Umweltgeschichte an der Hochschule Neubrandenburg. Planarchiv.<br \/>\nSchmettausche Karte von 1788, Sec. XIII, Bibliothek der Hochschule Neubrandenburg, Planarchiv.<br \/>\nWiebekingsche Karte von 1786:\u00a0Universit\u00e4t Rostock,\u00a0 Geoinformatik-Service, Peter Korduan.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Stribbow wird 1274 erstmals\u00a0 erw\u00e4hnt und zwar in der Urkunde, mit der F\u00fcrst Nicolaus von Werle den Rittern Bernhard und Heinrich von Peccatel u.\u00a0a. die G\u00fcter L\u00fcbkow, Zippelow, Hohen-Zieritz, Stribbow, Peccatel, Gro\u00df Vielen, Klein Vielen, Brustorf und Langhagen &#8222;mit aller Gerichtsbarkeit, allen Beden und Diensten, allen Freiheiten, Gerechtigkeiten und Kirchenlehen&#8220; verlieh (MUB 2: 478). 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