{"id":4596,"date":"2021-03-23T10:15:31","date_gmt":"2021-03-23T10:15:31","guid":{"rendered":"http:\/\/kleinvielen-ev.de\/?page_id=4596"},"modified":"2023-12-09T10:24:15","modified_gmt":"2023-12-09T09:24:15","slug":"ziegeleien","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/kleinvielen-ev.de\/?page_id=4596","title":{"rendered":"Ziegeleien"},"content":{"rendered":"<p>Auf historischen Karten aus dem 18. und 19. Jahrhundert sind zwischen Lieps und Havelquelle mindestens sieben Ziegeleien verzeichnet. Hier k\u00f6nnen Sie ehemalige Ziegeleistandorte kennen lernen:<br \/>\n<strong><a href=\"http:\/\/kleinvielen-ev.de\/?page_id=1196\">Ziegelei Brustorf<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/kleinvielen-ev.de\/?page_id=4908\">Ziegelei bei Klein Vielen<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/kleinvielen-ev.de\/?page_id=4923\">Ziegeleien bei Prillwitz und Blumenhagen<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/kleinvielen-ev.de\/?page_id=4959\">Weitere Ziegeleien zwischen Lieps und Havelquelle<\/a><\/strong><\/p>\n<p><strong>Ein kleiner Exkurs in die Geschichte der Ziegeleien bis Anfang des 20. Jahrhunderts<br \/>\n<\/strong>Ziegelsteine kamen mit den R\u00f6mern nach Deutschland. \u201eDoch wie vieles R\u00f6mische wurden auch sie wieder vergessen. Erst im Mittelalter erreicht der Baubackstein und der Dachziegel endlich Norddeutschand und f\u00fchrt zur Entstehung eines einzigartigen Baustils \u2013 der Norddeutschen Backsteingotik\u201c (Sa\u00df 2002: 400). Verwendung fanden Ziegel allerdings zun\u00e4chst vornehmlich beim Bau von Stadtmauern, Toren, Kirchen, Rath\u00e4usern oder Kl\u00f6stern, da sie f\u00fcr \u201eNormalsterbliche\u201c unerschwinglich waren (ebenda). Kenntnisse dar\u00fcber, wie Ziegel gebrannt werden, gelangten \u201eaus den Handelszentren Oberitaliens und der Lombardei durch M\u00f6nche nach Norddeutschland\u201d (Borchert 1994: 75).<br \/>\nIm 16. bis 17. Jahrhundert wurden Ziegel g\u00fcnstiger, da mit Verordnungen auf bis dahin verbreitete Br\u00e4nde in St\u00e4dten und D\u00f6rfern reagiert, die Errichtung von Ziegeld\u00e4chern statt Strohd\u00e4chern und der Bau von Steinh\u00e4usern gefordert und damit die Ziegelproduktion \u201eangeheizt\u201c wurde. In Mecklenburg gab es zwar auch schon vor dem Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieg solche Verordnungen, aber \u201eerst die gro\u00dfen Feuersbr\u00fcnste nach dem Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieg bewirkten eine durchgreifende \u00c4nderung. Aus einer Statistik geht hervor, dass allein zwischen 1651 und 1799 noch \u00fcber 70 Ortschaften in Mecklenburg niederbrannten, darunter einige mehrfach\u201c (Sa\u00df 2002: 400). Um der Brandgefahr zu begegnen, wurden nun vielerorts Feldziegeleien gebaut, in denen\u00a0in der Regel bis zu f\u00fcnf Arbeiter t\u00e4tig waren, deren Arbeitszeit von der Jahreszeit und dem Wetter abhing. Drei- bis f\u00fcnfmal im Jahr, manchmal h\u00e4ufiger, wurden jeweils bis zu 100000 Ziegel gebrannt, davon 20 bis 30 Prozent Dachziegel (Borchert 1994: 75 und 77). Die Nachfrage nach Ziegeln wurde auch durch eine zunehmende Holzknappheit bef\u00f6rdert, die durch den hohen Brennholzverbrauch und das aufstrebende Glash\u00fctten-Handwerk verursacht wurde (Borchert &amp; de Veer 2011: 15).<\/p>\n<p><strong>Feldbrandziegelei<br \/>\n<\/strong>\u201eDie Ziegel wurden von Ziegelhandwerkern St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck von Hand gefertigt. Kein handgemachter Ziegel gleicht dem anderen. Diese Erzeugnisse heben sich daher grunds\u00e4tzlich von den heutigen, industriell gefertigten, ab. Im Zuge der Christianisierung gro\u00dfer Teile Norddeutschlands und des darauf folgenden Bedarfs an Baumaterial f\u00fcr Kirchen, Kl\u00f6ster und erste Wehrbauten, \u00fcbten die Ziegler ihr Gewerbe meist als Wanderarbeiter aus. Bis zur Anlage ortsfester Ziegeleien wurden die Backsteine im Feldbrandverfahren am Ort des Lehmabstichs hergestellt. Die Ziegler stapelten nach einem bestimmten Bauplan die getrockneten \u201aLehmkuchen\u2018 zu \u00d6fen, unter Auslassung von Kan\u00e4len, die mit Kohle gef\u00fcllt wurden. Solche Feldbrandmeiler, deren Kuppeln mit Lehm verstrichen wurden, bestanden aus ca. 40\u00a0000 Backsteinen. Das Feuer fra\u00df sich mehrere Tage lang von einem Sch\u00fcrgang aus von unten nach oben. Je nach Lage der Steine zur Mitte oder zum Rand hin waren sie h\u00e4rter oder weniger hart gebrannt und wurden so vom Maurer entweder f\u00fcr die Au\u00dfenhaut eines Geb\u00e4udes oder f\u00fcr das innere Mauerwerk verwendet\u201c (Sa\u00df 2002: 400\u00a0f.).<br \/>\nEin Feldbrandofen bestand nur so lange, bis das Rohstofflager ersch\u00f6pft war. Der Standort einer Feldbrandziegelei ist aus historischen Karten zwar nahezu punktgenau ablesbar und wieder auffindbar, arch\u00e4ologische Spuren findet man allerdings selten, da f\u00fcr die Errichtung eines solchen Ofens nur die oberste Bodenschicht abgetragen und die Fl\u00e4chen sp\u00e4ter h\u00e4ufig beackert wurden.<br \/>\nFeldbrand\u00f6fen existierten in Mecklenburg bis in das 19. Jahrhundert hinein, mancherorts in Deutschland bis Anfang des 20. Jahrhunderts. Die sie begleitenden Probleme und die Schwere der Arbeit\u00a0 gehen aus Folgendem hervor:<br \/>\n\u201eDie Ziegelei war ein saisonaler Nebenerwerbsbetrieb. Er bestand aus Gruben, die das Rohmaterial lieferten. Hinzu kamen scheunenartige Geb\u00e4ude, die bisweilen nur aus auf Balken gest\u00fctzten Bedachungen und dem Schachtofen bestanden. Der Ofen bestand lediglich aus vier Mauern, die mit Sch\u00fcrl\u00f6chern versehen waren. Als Brennstoff wurde Holz, Torf oder Kohle benutzt. Das Brennverfahren selbst hatte einige M\u00e4ngel. So konnte mitunter nur ein Drittel der gebrannten Steine verwendet werden. Ein Drittel war stets durch Asche, Schlacken oder Schmolz (\u00dcberhitzung) unbrauchbar. Auch die restlichen Steine waren nicht immer einwandfrei. Innerhalb der Ofenanlage war die Temperatur uneinheitlich, so dass ungleiche Br\u00e4nde, die zu M\u00e4ngeln f\u00fchrten, h\u00e4ufig waren. Auch starker Wind konnte einen ungleichm\u00e4\u00dfigen Brand hervorrufen. Der Brennstoffverbrauch war gewaltig. Er betrug pro 1000 Steine ca. 500 kg Kohle und war somit 3- bis 4-mal h\u00f6her als beim sp\u00e4teren Ringofen.<br \/>\nDer Ton wurde im Herbst mit Hacken und Spaten abgegraben. Schubkarren dienten zur Tonf\u00f6rderung aus den Gruben. Das Material wurde in d\u00fcnnen Lagen zum Verwittern (Mauken) ausgelegt. Der Ton musste mindestens ein halbes Jahr liegen, schieferhaltige Tone sogar mehrere Jahre. F\u00fcr eine Million Steine war eine Verwitterungsfl\u00e4che von einem halben Hektar erforderlich. Nach der Verwitterung kam das Material in ausgekleidete Gruben (S\u00fcmpfe), wo es mit Wasser vermischt und Beimengungen von Steinen und Wurzeln entfernt wurden. Zur Homogenisierung wurde das Material von Menschen oder Tieren gestampft. Der nasse Ton wurde auf Streichtischen von Hand in rechteckige Formrahmen gestrichen. Unter Schutzd\u00e4chern oder im Freien blieben die geformten Steine 12 bis 14 Tage, oder auch l\u00e4nger, zur Trocknung liegen. Nach der Trocknung kamen sie in den Ofen\u201c (Wikipedia 2021 a).<br \/>\n<a href=\"http:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Immenkamp-A-2001-S-77-Feldbrandofen.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-4889 alignright\" src=\"http:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Immenkamp-A-2001-S-77-Feldbrandofen-1024x571.jpg\" alt=\"\" width=\"330\" height=\"184\" srcset=\"https:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Immenkamp-A-2001-S-77-Feldbrandofen-1024x571.jpg 1024w, https:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Immenkamp-A-2001-S-77-Feldbrandofen-300x167.jpg 300w, https:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Immenkamp-A-2001-S-77-Feldbrandofen-768x428.jpg 768w, https:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Immenkamp-A-2001-S-77-Feldbrandofen.jpg 1417w\" sizes=\"(max-width: 330px) 100vw, 330px\" \/><\/a>W\u00e4hrend der gesamten Brennphase, die ja nach Gr\u00f6\u00dfe des Meilers zwischen zwei und sechs Wochen liegen konnte, bis sich das Feuer endlich bis zur Ofenkrone durchgefressen hatte, musste der Ziegelbrenner, ein erfahrener, meistens \u00e4lterer Ziegler, das Feuer \u00fcberwachen und den Ofenzug regulieren (GenWiki 2021, Internetquelle).<br \/>\nDie Form eines Feldbrandofens geht aus dem historischen Foto hervor (Quelle: Immenkamp 2001: 77).<\/p>\n<p><strong>Hoffmannscher Ringofen<br \/>\n<\/strong>1850 gab es in Mecklenburg-Schwerin 196 Ziegeleien, davon entfielen 42 auf die domanialen \u00c4mter, 37 auf die St\u00e4dte und 117 auf das ritterschaftliche Gebiet. 1895 wurde mit 236 Ziegeleien ein H\u00f6chststand erreicht, 1915 gab es dann nur noch 156 in Mecklenburg-Schwerin, ein Indiz f\u00fcr die aufkommende industrielle Fertigungsweise, die den Ziegeleien im l\u00e4ndlichen Raum Konkurrenz machte.<br \/>\nIm Gebiet zwischen Lieps und Havelquelle haben die Ziegeleien sp\u00e4testens in der 2. H\u00e4lfte des 19. Jahrhunderts ihren Betrieb eingestellt. 1880 entstand dann eine neue, dampfgetriebene Ziegelei in Brustorf bei Peckatel. Mit ihr zog in diesem Gebiet das Maschinenzeitalter in das Ziegeleiwesen ein.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend des 19. Jahrhunderts wurden Feldbrand\u00f6fen mehr und mehr durch \u201egemauerte riesige Ring\u00f6fen mit ovalem Grundriss abgel\u00f6st\u201c (Sa\u00df 2002: 400), die \u201eHoffmannschen\u201c Ring\u00f6fen (Prinzipskizze siehe Abbildung), die nach dem k\u00f6niglichen Baumeister in Berlin, Friedrich Eduard Hoffmann (1818\u20131900), benannt waren, der 1859 zusammen mit Julius Albert Gottlieb Licht (1821\u20131898), Stadtbaurat von Danzig, \u201ein Preu\u00dfen und \u00d6sterreich ein Patent zur \u201aErfindung eines ringf\u00f6rmigen Ofens zum ununterbrochenen Brennen aller Arten von Ziegeln, Tonwaren, Kalk, Gips und dergleichen\u2018\u201c angemeldet hatte (Wikipedia 2021 b, Internetquelle). Diese \u00d6fen \u201ewurden auch <em>Ring\u00f6fen nach System Hoffmann-Licht <\/em>genannt. F\u00fcr das Patent wurde Hoffmann auf der Pariser Weltausstellung von 1867 mit einem ersten Preis (Grand Prix) ausgezeichnet. [\u2026] Das Patent wurde sp\u00e4ter aberkannt, nachdem nachgewiesen werden konnte, dass der Maurermeister [Carl Gottlieb] Arnold [1807\u20131877] aus F\u00fcrstenwalde bereits 1839 den Ringofen erfunden, aber kein Patent angemeldet hatte. 1873 wurde er f\u00fcr seine Erfindung Ehrenb\u00fcrger von F\u00fcrstenwalde.<br \/>\nDer Ringofen revolutionierte die Ziegelindustrie des 19. Jahrhunderts. Der kontinuierliche Brand lieferte zum ersten Mal eine gleichbleibende Qualit\u00e4t der Ziegel, w\u00e4hrend das Ergebnis in den vorher \u00fcblichen Kammer\u00f6fen nach jedem Brand anders aussah. Au\u00dferdem brannten die Ring\u00f6fen erstmals ununterbrochen Tag und Nacht, was den Bedarf an Arbeitskr\u00e4ften sprunghaft anwachsen lie\u00df, zugleich aber auch eine vorher nie gekannte Steigerung der Ziegelproduktion erm\u00f6glichte.<br \/>\nSeit 1859 \u00e4nderte sich das Bild der H\u00e4user von grau (Schilf- und Strohdach, Strauch-, Holz-, Lehmw\u00e4nde) zu rot (Dachpfannen, Ziegelhaus, weniger Feuergefahr). Ziegelrohre erm\u00f6glichten Kanalisation sowie unterirdische Drainage und Entw\u00e4sserung von Feldern\u201c (Wikipedia 2021 b, Internetquelle).<a href=\"http:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/1280px-Funktion_des_Hoffmannschen_Ringofens_Ziegelei_Pape_Bevern.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-4891 alignright\" src=\"http:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/1280px-Funktion_des_Hoffmannschen_Ringofens_Ziegelei_Pape_Bevern-1024x721.jpg\" alt=\"\" width=\"330\" height=\"233\" srcset=\"https:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/1280px-Funktion_des_Hoffmannschen_Ringofens_Ziegelei_Pape_Bevern-1024x721.jpg 1024w, https:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/1280px-Funktion_des_Hoffmannschen_Ringofens_Ziegelei_Pape_Bevern-300x211.jpg 300w, https:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/1280px-Funktion_des_Hoffmannschen_Ringofens_Ziegelei_Pape_Bevern-768x541.jpg 768w, https:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/1280px-Funktion_des_Hoffmannschen_Ringofens_Ziegelei_Pape_Bevern.jpg 1441w\" sizes=\"(max-width: 330px) 100vw, 330px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Prinzipskizze und zugeh\u00f6riger Text erl\u00e4utern die Funktionsweise eines Hoffmannschen Ringofens (Wikimedia, Grafik: Frank von Marillac 2001).<\/p>\n<p>In Mecklenburg-Schwerin wurde der erste Ofen dieser Art 1864 in der Ziegelei Blankenberg in Betrieb genommen (Borchert 1994: 79). Neben dem Ringofen zogen weitere technische Neuerungen ein wie die Verwendung von Maschinen zur Herstellung von Ziegeln, beides lohnte sich zunehmend nur in gr\u00f6\u00dferen Ziegelwerken.<br \/>\nDem Konkurrenzdruck erliegend, wurden \u2013 siehe die Zahlen oben \u2013 in den n\u00e4chsten Jahrzehnten zahlreiche kleinere Ziegeleien aufgegeben: &#8222;Gab es in ganz Mecklenburg 1925 noch 127 Ziegeleien, so sank ihre Zahl bis 1938 auf 54&#8220; (Borchert 1994: 79).<\/p>\n<p>Heute gibt es in Mecklenburg-Vorpommern keinen Ziegeleibetrieb mehr. Einen funktionsf\u00e4higen Ringofen k\u00f6nnen G\u00e4ste in Benzin, einem Ortsteil von Kritzow, zwischen L\u00fcbz und Plauer See gelegen, bestaunen (siehe <a href=\"https:\/\/www.kultur-lup.de\/orte\/historische-ziegelei-benzin\">Link<\/a>).<\/p>\n<p>In Deutschland sind nur wenige Ring\u00f6fen erhalten geblieben, die noch in Betrieb sind. Diese haben allerdings f\u00fcr die Denkmalpflege eine gro\u00dfe Bedeutung.<br \/>\nDie Ziegelmanufaktur Glindow (bei Berlin), aus der auch die Ziegel f\u00fcr die Sanierung der Jahn-Kapelle in Klein Vielen stammen, beschreibt den Vorteil der Ring\u00f6fen wie folgt: \u201eDie Stapeltechnik der Ziegel im Ofen f\u00fchrt dazu, dass sich die von Brenngasen frei zug\u00e4nglichen Fl\u00e4chen der Ziegel intensiver verf\u00e4rben als an den \u00fcberlappenden Fl\u00e4chen. Aus diesen Gr\u00fcnden spielen die noch wenigen Ringofenziegeleien eine besondere Rolle in der Denkmalpflege. Sie k\u00f6nnen Ziegel unter fast originalen Bedingungen herstellen wie vor hunderten Jahren\u201c <em>(<\/em>Ziegelmanufaktur Glindow 2021, Internetquelle<em>).<\/em><\/p>\n<p>Die Ziegler aus vorindustrieller Zeit haben ihre Spuren hinterlassen. Ziegelhandwerker waren vor allem in strukturschwachen Regionen bis in die j\u00fcngste Gegenwart t\u00e4tig. Sie stellten haupts\u00e4chlich Dachplatten, die sog. Biberschw\u00e4nze, und Baubacksteine her und haben \u201eeinen Brauch zur Tradition werden lassen, der in erster Linie bei den Dachziegeln sichtbar wird, weil der Mauerziegel zumeist \u201aunsichtbar\u2018 verbaut wurde oder die gestalteten Seiten nicht sichtbar waren. Der Ziegler dr\u00fcckte oder ritzte in den noch feuchten Lehm zu bestimmten Anl\u00e4ssen Texte oder bildliche Motive. Diese allgemein als \u201aFeierabendstein\u2018 bezeichneten Objekte wurden zusammen mit den anderen zum Mauern oder Dachdecken verwendet. Obwohl so gut wie unbekannt, haben somit auch die Ziegler ihren Anteil am Brauchtum in Mecklenburg geleistet\u201c (Sa\u00df 2002: 400\u00a0f.).<\/p>\n<p><strong>Quellen<br \/>\n<\/strong><em>Sekund\u00e4rquellen:<\/em><br \/>\nBorchert, F.-W. 1994: Ziegeleien und Ziegelhandwerk in Mecklenburg-Schwerin. Stier und Greif: Bl\u00e4tter zur Kultur- und Landesgeschichte in Mecklenburg-Vorpommern <strong>4<\/strong>: 74\u201279.<br \/>\nBorchert, F. W. &amp; de Veer, R. 2011: Die Entwicklung des Ziegeleiwesens in Mecklenburg. In: Borchert et al.: Ziegeleigeschichte(n) &#8211; ehemalige Ziegeleien an der Lehm- und Backsteinstra\u00dfe.\u00a0 Hrsg. von Technisches Denkmal Ziegelei Benzin e.V., Buchberg: 13-28.<br \/>\nSa\u00df, F. 2002: Gestaltete Ziegel. In: Ernstling, F.; Sa\u00df, F.; Schulze, E. &amp; Witzke, H. (Hg.): Mecklenburg-Strelitz \u2013 Beitr\u00e4ge zur Geschichte einer Region. Band 2. Friedland: 400\u2013410.<\/p>\n<p><em>Internetquellen:<\/em><br \/>\nGenWiki 2021: Ziegelei (Handwerk) \u2013 http:\/\/wiki-de.genealogy.net\/Ziegelei_(Handwerk) (11.07.2021).<br \/>\nWikipedia 2021 a: Feldbrandziegelei \u2013 https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Feldbrandziegelei (11.07.2021).<br \/>\nWikipedia 2021 b: Hoffmannscher Ringofen \u2013 https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hoffmannscher_Ringofen (11.07.2021).<br \/>\nZiegelmanufaktur Glindow 2021: http:\/\/www.ziegelmanufaktur.com\/Manufaktur\/Ringofen\/ (11.07.2021).<\/p>\n<p><em>Abbildungen:<\/em><br \/>\nHoffmannscher Ringofen: Wikimedia. Grafik: Frank von Marillac \u2013 Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=27602719 &#8211; http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/3.0\/deed.de (letzter Zugriff: 10.07.2021).<br \/>\nFeldbrandofen:\u00a0Immenkamp, A. 2001: Musumsf\u00fchrer Ziegelei Lage. Essen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf historischen Karten aus dem 18. und 19. Jahrhundert sind zwischen Lieps und Havelquelle mindestens sieben Ziegeleien verzeichnet. Hier k\u00f6nnen Sie ehemalige Ziegeleistandorte kennen lernen: Ziegelei Brustorf Ziegelei bei Klein Vielen Ziegeleien bei Prillwitz und Blumenhagen Weitere Ziegeleien zwischen Lieps und Havelquelle Ein kleiner Exkurs in die Geschichte der Ziegeleien bis Anfang des 20. 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