{"id":4638,"date":"2021-03-27T11:02:37","date_gmt":"2021-03-27T11:02:37","guid":{"rendered":"http:\/\/kleinvielen-ev.de\/?page_id=4638"},"modified":"2021-10-09T15:18:31","modified_gmt":"2021-10-09T15:18:31","slug":"wassermuehlen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/kleinvielen-ev.de\/?page_id=4638","title":{"rendered":"Wasserm\u00fchlen"},"content":{"rendered":"<p>Hier geht es zu:<br \/>\n<strong><a href=\"https:\/\/kleinvielen-ev.de\/?page_id=5080\">Die Wanzkaer Papierm\u00fchle<\/a><\/strong><br \/>\n<strong><a href=\"http:\/\/kleinvielen-ev.de\/?page_id=4740\">Die Granziner Wasserm\u00fchle &#8211; und B\u00e4ckerei<\/a><\/strong><br \/>\n<a href=\"http:\/\/kleinvielen-ev.de\/?page_id=4844\"><strong>Die Hohenzieritzer M\u00fchle<\/strong><\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/kleinvielen-ev.de\/?page_id=4645\"><strong>Die Sandm\u00fchle<\/strong><\/a><\/p>\n<p><strong>Entstehung und Typen von Wasserm\u00fchlen<\/strong><br \/>\nIm ersten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung begann sich in Europa eine Technologie zu verbreiten, die fast 2000 Jahre fester Bestandteil der Wirtschaft und Landschaft sein sollte: Die Wasserm\u00fchle (Kur &amp; Wolf 1992: 14).<br \/>\nW\u00e4hrend Wasserkraft bereits mit Hilfe von einfachen Sch\u00f6pfr\u00e4dern genutzt wurde, beschrieb der r\u00f6mische Architekt Vitruv M\u00fchlen, die Zahnr\u00e4der verwendeten, um die horizontale Flie\u00dfbewegung des Wassers in eine vertikale Drehbewegung umzusetzen und so liegende Mahlsteine anzutreiben (Kur &amp; Wolf 1992: 14). Nach dem r\u00f6mischen Vorbild wurden unz\u00e4hlige M\u00fchlanlagen gebaut und weiterentwickelt.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Prinzip-einer-Wasserm\u00fchle.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-4642 alignright\" src=\"http:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Prinzip-einer-Wasserm\u00fchle-1024x899.jpeg\" alt=\"\" width=\"316\" height=\"277\" srcset=\"https:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Prinzip-einer-Wasserm\u00fchle-1024x899.jpeg 1024w, https:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Prinzip-einer-Wasserm\u00fchle-300x263.jpeg 300w, https:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Prinzip-einer-Wasserm\u00fchle-768x674.jpeg 768w, https:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Prinzip-einer-Wasserm\u00fchle.jpeg 1181w\" sizes=\"(max-width: 316px) 100vw, 316px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die <em>Abbildung<\/em> (Schelle 1999: \u00a0144) zeigt, wie eine Wasserm\u00fchle mit unterschl\u00e4chtigem Wasserrad funktioniert \u2013 das gro\u00dfe Wasserrad treibt durch die konstante Str\u00f6mung das kleinere Kammrad an, dessen K\u00e4mme wie Zahnr\u00e4der in das horizontal stehende Stockgetriebe greifen und so den Mahlstein in eine Drehbewegung versetzen.<br \/>\nWasserm\u00fchlen wurden\u00a0 neben dem Mahlen von Getreide auch als \u201eH\u00e4mmer, Stampfen, \u00d6lpressen, Pulverm\u00fchlen, Schleifm\u00fchlen, als Bohrmaschinen [und] zum Antrieb von Webst\u00fchlen\u201c (Maywald et al. 1982: 7) verwendet. Zu diesen Zwecken wurden an Stelle der M\u00fchlsteine S\u00e4gen, Nockenwellen, Rollsteine oder Gelenkgest\u00e4nge verbaut.<br \/>\nAuch im Bergbau fanden sie Verwendung, da Wasserr\u00e4der Pumpen und Aufz\u00fcge antreiben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Im 12. Jahrhundert kam mit der deutschen \u201eOstkolonisation\u201c die M\u00fchlentechnik in die ehemals slawischen Gebiete Mecklenburgs (Kniesz 2015: 83). Rund 200 Jahre sp\u00e4ter wurden die ersten oberschl\u00e4chtigen M\u00fchlr\u00e4der entwickelt (Kur &amp; Wolf 1992: 25). Bei diesen wird nicht, wie in der Abbildung zu sehen, das Rad in einen Wasserlauf eingeh\u00e4ngt, sondern \u00fcber einen Zulauf oberhalb des Rades das Wasser in die Radschaufeln gelenkt, so dass nicht nur die Sto\u00dfkraft, sondern auch das Gewicht des Wassers wirksam wird (Douffet et al. 1977: 119).<br \/>\nOberschl\u00e4chtige Wasserr\u00e4der haben bei gleicher Gr\u00f6\u00dfe wie unterschl\u00e4chtige die rund doppelte Leistungsst\u00e4rke, doch um sie effektiv betreiben zu k\u00f6nnen, waren umfangreiche Wasserbauarbeiten vonn\u00f6ten. Wo ein M\u00fchlgraben als Zulauf nicht ausreichte, wurden M\u00fchlteiche angelegt, um Wasser kontrolliert der M\u00fchle zuf\u00fchren zu k\u00f6nnen (Kur &amp; Wolf 1992: 25).<\/p>\n<p>Die Bedeutung von M\u00fchlen in Wirtschaft und Gesellschaft wird bei der Betrachtung verschiedener mittelalterlicher Gesetze und Regelungen besonders deutlich. Hier sticht der Mahlzwang beziehungsweise M\u00fchlenbann heraus, der Bauern verpflichtete, ihr Korn in der M\u00fchle ihres Grund- bzw. ihres Gutsherrn gegen eine Geb\u00fchr mahlen zu lassen (Krull 2020: 102\u00a0f.). Eine Folge davon war, dass Wasserm\u00fchlen nicht nur an das Gew\u00e4ssernetz gebunden waren, sondern auch eine wichtige Stellung im Wegenetz einnahmen (Kniesz 2015: 83).<br \/>\nSo galten sie im Gegensatz zu den landschafts<em>bestimmenden<\/em> Bauwerken der Windm\u00fchlen als landschafts<em>ver\u00e4ndernde<\/em> Objekte und beeinflussten den Aufbau der umliegenden Orte und die Landnutzung (Kniesz 2015: 83). Nachdem im 19. Jahrhundert effektivere Turbinen die Wasserr\u00e4der in der Wirtschaft zu verdr\u00e4ngen begannen (Limmer &amp; Zumbr\u00e4gel 2020: 183), entwickelten die Wasserm\u00fchlen sich, angetrieben durch die T\u00e4tigkeiten der Heimatschutzbewegung, zu einem romantisierten Objekt aus vorindustriellen Zeiten, das Natur und Technologie verbindet (vgl. Limmer &amp; Zumbr\u00e4gel 2020: 194).<br \/>\nDies mag ein Grund daf\u00fcr sein, dass noch heute vielerorts Wasserm\u00fchlen erhalten sind, ihren Weg in Freilichtmuseen fanden oder zu Wohnh\u00e4usern umfunktioniert wurden.<br \/>\n1952 wurden sie in der DDR als Kulturdenkmale unter gesetzlichen Schutz gestellt (Gleisberg 1956: 7), dennoch waren im Jahr 2001 von den rund 90 M\u00fchlenstandorten im ehemaligen Mecklenburg-Strelitz nur noch 33 M\u00fchlen, davon 21 Wasserm\u00fchlen erhalten (Kniesz 2002: 209).<br \/>\n[Text nach: Marie Abraham, Till Berndt &amp; Vanessa G\u00f6tz, 2021]<\/p>\n<p><strong>Quellen<\/strong><br \/>\nDouffet, H. et al. 1977: Technische Denkmale in der Deutschen Demokratischen Republik. Hrsg. von der Gesellschaft f\u00fcr Denkmalpflege im Kulturbund der Deutschen Demokratischen Republik. Berlin.<br \/>\nGleisberg, H. 1956: Das kleine M\u00fchlenbuch. Deutsche Heimatb\u00fccherei. Hrsg. vom Kulturbund zur demokratischen Erneuerung Deutschlands \u2013 Zentrale Kommission Natur- und Heimatfreunde. Berlin.<br \/>\nKniesz, J. 2002: M\u00fchlen in Mecklenburg-Strelitz. Papierherstellung in Mecklenburg-Strelitz. In: Erstling, F.; Sa\u00df, F.; Schulze, E. &amp; Witzke, H.: Mecklenburg-Strelitz. Beitr\u00e4ge zur Geschichte einer Region. Band 2. Hrsg. vom Landkreis Mecklenburg-Strelitz. Friedland\/Meckl.: 204\u2013238.<br \/>\nKniesz, J. 2015: Wasserm\u00fchlen im Einzugsgebiet der Havel zwischen Neustrelitz und Feldberg. In: Kaiser, K.; Kobel J.; K\u00fcster, M. &amp; Schwabe, M. (Hrsg.): Neue Beitr\u00e4ge zum Naturraum und zur Landschaftsgeschichte im Teilgebiet Serrahn des M\u00fcritz-Nationalparks. Forschung und Monitoring, Bd. 4. Berlin: 83\u201396.<br \/>\nKrull, G. 2020: Eine Windm\u00fchle zwischen Brustorf und Peckatel. In: Klein Vielen e.V. (Hrsg.) Dorfzeitung \u2013 Zwischen Lieps und Havelquelle <strong>11<\/strong>: 102\u2012104.<br \/>\nKur, F. &amp; Wolf, H.\u00a0G. 1992: Wasserm\u00fchlen. 35000 Kleinkraftwerke zum Wohnen und Arbeiten. Karlsruhe.<br \/>\nLimmer, A. &amp; Zumb\u00e4gel, C. 2020: Waterpower romance: the cultural myth of dying watermills in German hydro-narratives around 1900. In: Water History Vol.<strong>12<\/strong> (2020).<br \/>\nMaywald, B.; Saalbach, A. &amp; Wagenbreth, O. 1982: Wind- und Wasserm\u00fchlen als technische Denkmale. In: Kulturbund der DDR (Hrsg.): Die M\u00fchlen in Geschichte und Gesellschaft. Berlin.<br \/>\nSchelle, W. 1999: M\u00fchlenbau. Wasserr\u00e4der und Windm\u00fchlen bewahren und erhalten. Berlin<em>. <\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier geht es zu: Die Wanzkaer Papierm\u00fchle Die Granziner Wasserm\u00fchle &#8211; und B\u00e4ckerei Die Hohenzieritzer M\u00fchle Die Sandm\u00fchle Entstehung und Typen von Wasserm\u00fchlen Im ersten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung begann sich in Europa eine Technologie zu verbreiten, die fast 2000 Jahre fester Bestandteil der Wirtschaft und Landschaft sein sollte: Die Wasserm\u00fchle (Kur &amp; Wolf 1992: &hellip; <a href=\"https:\/\/kleinvielen-ev.de\/?page_id=4638\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Wasserm\u00fchlen<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":4592,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kleinvielen-ev.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/4638"}],"collection":[{"href":"https:\/\/kleinvielen-ev.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/kleinvielen-ev.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kleinvielen-ev.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kleinvielen-ev.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4638"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/kleinvielen-ev.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/4638\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5090,"href":"https:\/\/kleinvielen-ev.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/4638\/revisions\/5090"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kleinvielen-ev.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/4592"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kleinvielen-ev.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4638"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}