{"id":4645,"date":"2021-03-27T11:51:43","date_gmt":"2021-03-27T11:51:43","guid":{"rendered":"http:\/\/kleinvielen-ev.de\/?page_id=4645"},"modified":"2021-03-27T12:15:16","modified_gmt":"2021-03-27T12:15:16","slug":"die-sandmuehle","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/kleinvielen-ev.de\/?page_id=4645","title":{"rendered":"Die Sandm\u00fchle"},"content":{"rendered":"<p>Auf dem Weg von Peckatel nach Blumenholz zeigt eine scharfe Linkskurve an, dass die Fahrt nun f\u00fcr etwa einen Kilometer durch das Waldgebiet geht, durch das der Ziemenbach flie\u00dft.<br \/>\nBiegt man in der Kurve nach rechts ab, gelangt man auf den Weg zur Sandm\u00fchle. Eigentlich geht der Weg weiter in Richtung Neustrelitz, aber die Eigent\u00fcmer der Sandm\u00fchle haben Schilder aufgestellt, mit denen signalisiert wird, dass Wanderer unerw\u00fcnscht sind \u2013 leider!<br \/>\n<a href=\"http:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Sandm\u00fchle.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-4647 alignright\" src=\"http:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Sandm\u00fchle-752x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"316\" height=\"431\" srcset=\"https:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Sandm\u00fchle-752x1024.jpg 752w, https:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Sandm\u00fchle-220x300.jpg 220w, https:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Sandm\u00fchle-768x1045.jpg 768w, https:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Sandm\u00fchle.jpg 837w\" sizes=\"(max-width: 316px) 100vw, 316px\" \/><\/a>An einem Bach, der bei Brustorf entspringt und sein Wasser \u00fcber etwa 12 Kilometer \u00fcber den Ziemenbach bis in die Lieps f\u00fchrt, klapperte einst nicht nur die Sandm\u00fchle, sondern auch die Hohenzieritzer M\u00fchle, die beide die Energie des Wassers f\u00fcr den Antrieb ihrer M\u00fchlenr\u00e4der nutzten.<br \/>\nDie Sandm\u00fchle wurde im Jahre 1366 als M\u00fchlenstandort erstmalig urkundlich erw\u00e4hnt, und es ist nicht auszuschlie\u00dfen, dass an der Stelle bereits damals eine Wasserm\u00fchle errichtet wurde.<br \/>\nDas noch vorhandene M\u00fchlenhaus der Sandm\u00fchle wurde 1637 errichtet. Das Wohnhaus an der Sandm\u00fchle wurde etwa ein Jahrhundert sp\u00e4ter errichtet als die M\u00fchle selbst.<br \/>\n1768 war die M\u00fchle im Besitz des Herzogs Carl Ludwig Friedrich. Sie geh\u00f6rte damals zum Amt Neustrelitz. 1821 z\u00e4hlte sie zu Blumenholz, geh\u00f6rt aber dem Mecklenburg-Strelitzer Kabinettsamt, das sie an den M\u00fcller Friedrich Foth verpachtet hatte. 1843 betrieb der Pachtm\u00fcller Heinrich Russow die M\u00fchle, 1855 war es Adolph Will, 1875 der M\u00fchlenmeister August Barteis, 1880 der M\u00fchlenmeister Johann Schmidt und 1895 P\u00e4chter Stutzriem. 1897 \u00fcbernahm P\u00e4chter Heinrich W\u00f6llert den M\u00fchlenbetrieb und 1900 dessen Sohn Helmut W\u00f6llert. 1812 zerst\u00f6rte ein Brand den Dachstuhl des Wohnhauses.<br \/>\nZwischen 1876 und 1939 wohnten zwischen 6 und 14 (im Jahre 1939) Personen in der Sandm\u00fchle.<a href=\"http:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Paechter-Sandm\u00fchle.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-4660 alignright\" src=\"http:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Paechter-Sandm\u00fchle-1024x926.jpg\" alt=\"\" width=\"317\" height=\"287\" srcset=\"https:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Paechter-Sandm\u00fchle-1024x926.jpg 1024w, https:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Paechter-Sandm\u00fchle-300x271.jpg 300w, https:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Paechter-Sandm\u00fchle-768x694.jpg 768w, https:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Paechter-Sandm\u00fchle.jpg 1262w\" sizes=\"(max-width: 317px) 100vw, 317px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Um 1897 \u00fcbernahm Heinrich W\u00f6llert den M\u00fchlenbetrieb. 1937 betrieb Erbp\u00e4chter W\u00f6llert neben der Wasserm\u00fchle auch eine Gastst\u00e4tte, die bis 1945 ein beliebtes Ausflugslokal war. Bis heute wohnen Nachfahren der Familie W\u00f6llert in der Sandm\u00fchle.<br \/>\nAb 1961 wurde die M\u00fchle nur noch elektrisch betrieben, das Wasser hatte als Antriebskraft \u201eausgedient\u201c. In einem Zeitungsartikel vom Januar 1990 hei\u00dft es: \u201eDie Jahreszahl 1637 \u00fcber der T\u00fcr l\u00e4\u00dft kaum ein gutes Ereignis und sicherlich nicht die M\u00fchlengr\u00fcndung\u00b7vermuten; denn zu\u00b7jener Zeit herrschte der Drei\u00dfigj\u00e4hrige Krieg. Noch immer wohnen Menschen dort, der Stille wegen zweifellos beneidenswert. Das Getriebe im M\u00fchlkeller steht aber seit langem still, eiserne Kegelr\u00e4der mit stehender Welle und Stirnrad, keineswegs steinalt, jedoch bereits eine Rarit\u00e4t. Dar\u00fcber zu ebener Erde ein riesiger Raum, f\u00fcr Korn- und Mehls\u00e4cke bestimmt. Auf einer Empore im Hintergrund der Schrotgang, L\u00e4ufer und Bodenstein unter einem Holzbottich, auch \u201aK\u00fchen\u2018 genannt, verborgen. Der Weizengang stand urspr\u00fcnglich daneben. Ein galgenartiger Apparat mit riesiger Eisenzange diente zum Aufheben der zentnerschweren Steine, wenn die\u00b7stumpf gewordenen Mahlfl\u00e4chen gesch\u00e4rft werden mu\u00dften. Drau\u00dfen, an der einstigen Wasserwand, die Tr\u00fcmmer des oberschl\u00e4chtigen M\u00fchlrads, das bis 1961 seinen Dienst tat. Die Anschaffungskosten des Elektromotors lagen unter dem Preis f\u00fcr ein neues Wasserrad.\u201c<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-4652\" src=\"http:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Sandm\u00fchle-T\u00fcrsturz-1024x417.jpg\" alt=\"\" width=\"604\" height=\"246\" srcset=\"https:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Sandm\u00fchle-T\u00fcrsturz-1024x417.jpg 1024w, https:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Sandm\u00fchle-T\u00fcrsturz-300x122.jpg 300w, https:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Sandm\u00fchle-T\u00fcrsturz-768x313.jpg 768w, https:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Sandm\u00fchle-T\u00fcrsturz.jpg 1181w\" sizes=\"(max-width: 604px) 100vw, 604px\" \/><br \/>\nBis 1975 wurde in der Sandm\u00fchle gemahlen, dann wurde der Betrieb eingestellt. Im \u201eKatastrophenwinter\u201c 1978\/79 brach das M\u00fchlrad unter dem Druck von Schneemassen zusammen.<br \/>\n1995 wurde an der Sandm\u00fchle durch Mitarbeiter der IPSE Neustrelitz ein neues Wehr erbaut, mit dem das Wasser des Ziembaches gestaut und der fast verlandete M\u00fchlenteich wieder aufgestaut werden sollte. Au\u00dferdem sollte das neue Wehr das Wasser des Ziemenbachtals regulieren, um die Qualit\u00e4t der Lebensr\u00e4ume f\u00fcr Tiere wie Bachneunaugen oder Eisv\u00f6gel im gleichnamigen Naturschutzgebiet Ziemenbachtal zu gew\u00e4hrleisten.<br \/>\nAn der Sandm\u00fchle steht die \u201eLouiseneiche\u201c, die seit 1972 als Naturdenkmal gesichert ist. Mit einem Stammumfang von heute 7,50 m geh\u00f6rt sie zu den st\u00e4rksten und mit etwa 500 Jahren \u00e4ltesten Eichen Mecklenburgs.<\/p>\n<p><strong>Quellen<\/strong>:<br \/>\nArchiv der Gemeinde Hohenzieritz, Ordner III\/VIII, M\u00fchlen<br \/>\nKartenausschnitt\u00a0Messtischblatt Hohenzieritz 1884: Studienarchiv Umweltgeschichte des Instituts f\u00fcr Umweltgeschichte und Regionalentwicklung e.V. an der Hochschule Neubrandenburg. Planarchiv.<br \/>\nFoto T\u00fcrsturz: Vanessa G\u00f6tz, 2020.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf dem Weg von Peckatel nach Blumenholz zeigt eine scharfe Linkskurve an, dass die Fahrt nun f\u00fcr etwa einen Kilometer durch das Waldgebiet geht, durch das der Ziemenbach flie\u00dft. Biegt man in der Kurve nach rechts ab, gelangt man auf den Weg zur Sandm\u00fchle. 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