{"id":485,"date":"2016-10-30T20:04:11","date_gmt":"2016-10-30T20:04:11","guid":{"rendered":"http:\/\/kleinvielen-ev.de\/?page_id=485"},"modified":"2024-01-27T13:09:17","modified_gmt":"2024-01-27T12:09:17","slug":"das-dorf-brustorf","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/kleinvielen-ev.de\/?page_id=485","title":{"rendered":"Brustorf"},"content":{"rendered":"<h5><strong>Eine kurze Geschichte des Ortes<\/strong><\/h5>\n<p><strong>Ersterw\u00e4hnung von Brustorf<\/strong><br \/>\nBrustorf wird unter dem Namen <em>Brusmezdorpe<\/em> erstmals in der Urkunde vom 12. M\u00e4rz 1274 erw\u00e4hnt, mit der Nikolaus, F\u00fcrst von Werle, den Br\u00fcdern Bernhard und Heinrich von Peccatel dieses und mehrere weitere G\u00fcter verleiht.<br \/>\n<strong>Darjes<\/strong> (2011: 112) vermutet, dass es sich bei dem Ortsnamen um eine gemischtsprachliche Bildung handelt, nach der das <em>Brusmez-<\/em>, das dem deutschen &#8211;<em>dorpe<\/em> vorangestellt war, auf einen slawischen Personennamen <em>Brusomer<\/em> (<em>Brusemer<\/em>) verweisen k\u00f6nnte und das Brusmez dann zu <em>Brus<\/em>&#8211; verk\u00fcrzt wurde. Dieser kleine Ort lag etwas westlich vom heutigen Brustorf. In der N\u00e4he existierte offenbar auch einst eine slawische Siedlung.<\/p>\n<p>Erst im 14. Jahrhundert, am 23.4.1387, gibt es mit einer Verpf\u00e4ndungsurkunde eine weitere urkundliche Erw\u00e4hnung des Ortes, wobei dieser nun den Namen <em>Brustorpe<\/em> trug.<br \/>\nMit dieser Urkunde wird Brustorpe als Dorf vorerst letztmalig erw\u00e4hnt,\u00a0das Ende des 14. Jahrhunderts w\u00fcst gefallen scheint. Denn in der Zeit danach taucht der Name f\u00fcr lange Zeit nur noch auf, um die Lage verpachteter oder verpf\u00e4ndeter Hufen auf der Feldmark oder die Feldmark selbst zu beschreiben. Die Feldmark geh\u00f6rte zum Teil den Gutsherren auf Peckatel, zum Teil denen von Klein Vielen. In einer Taxation 1643 und auch in einer Inventur 1662, die\u00a0nach dem Tod des Klein Vielener Gutsherren J\u00fcrgen von Peccatel durchgef\u00fchrt wird, wird sie als w\u00fcst gefallen und als mit jungen Eichen und Buchen bewachsen bezeichnet.<br \/>\n1698 verpf\u00e4ndete Georg Julius Maltzan\/Peccatel \u201e<em>die kleine Feldmark Brustorff, so gantz mit jungen tragbahren Eichen und Buchen bewachsen, zwischen Liepe und Kohstall belegen, nebst Richte und Jagten<\/em>\u201c an den Obristen von Langermann.<br \/>\nIn Folge dieser Verpf\u00e4ndung geriet Langermann in einen jahrelangen Rechtsstreit mit dem Freiherrn Heinrich von Erlenkamp, der 1685 das Gut Klein Vielen gekauft hatte und 1689 lehnsherrlich best\u00e4tigt worden war.<\/p>\n<p><strong>Die Meierei Brustorf oder &#8222;Alt Brustorf&#8220;<\/strong><br \/>\nLangermann hatte 1699 die Feldmark Brustorf an die Br\u00fcder Martin Kleemann in Penzlin und Simon Kleemann in Mollenstorf verpachtet. Diese errichteten in den Jahren 1699 oder 1700 in der N\u00e4he des urspr\u00fcnglichen kleinen Ortes Brusdorpe, also wieder etwas westlich vom heutigen Brustorf, eine Meierei.<br \/>\nDiese Meierei lie\u00df von Erlenkamp 1700 niederbrennen und obwohl ihm eine fiskalische Geldstrafe von 5000 Reichstalern bei weiteren Gewaltt\u00e4tigkeiten angedroht wurde, behinderte er durch Gewaltanwendung den Wiederaufbau.<br \/>\nMartin Kleemann trat aufgrund der Schwierigkeiten von der Pachtung zur\u00fcck. Von Erlenkamp scheint den verbliebenen Kleemann und seine Familie dann aber in Ruhe gelassen zu haben, denn die Meierei erscheint 1704 im Beichtkinderverzeichnis des Kirchspiels Peccatel.<\/p>\n<p><strong>(Neu-) Brustorf und Alt Brustorf<\/strong><br \/>\nDer heutige Ort Brustorf hat sich erst ab 1728 entwickelt, als auf der Brustorfer Feldmark eine Glash\u00fctte, die sogenannte <em>Peccatelsche H\u00fctte<\/em>, ihren Betrieb aufnahm. Diese war mit einer Unterbrechung von 1738 bis 1748 bis etwa 1757\/1758 in Betrieb. Anschlie\u00dfend wurde sie in eine neue Meierei zun\u00e4chst gleichen Namens umgewandelt. Zeitweise war f\u00fcr diese Meierei auch die Bezeichnung <em>D\u00fcsterhoff<\/em> gebr\u00e4uchlich, es setzte sich jedoch bald der Name <em>Brustorf<\/em> durch. Auf der Wiebekingschen Karte aus dem Jahr 1786 sieht man noch beide Bezeichnungen.<br \/>\nIn dem Vergleich zwischen den Gutseigent\u00fcmern Karl Hartwig von Plessen\/Klein Vielen und Joseph von Maltzan\/Peccatel vom 3. Januar 1795 trat von Plessen die Peccatelsche H\u00fctte an Maltzan ab, behielt jedoch die alte Meierei westlich des neu entstandenen Ortes Brustorf, die zur Unterscheidung als <em>Klein Brustorf<\/em> oder <em>Alt Brustorf<\/em> bezeichnet wurde.<br \/>\nKlein oder Alt Brustorf blieb bis etwa in die 1850er Jahre bestehen. Seine Bezeichnung und Lage sind auf der Wiebekingschen Karte gut zu erkennen.<br \/>\nEine letzte Volksz\u00e4hlung erfasste im November 1850 noch 12 Einwohner. Der Gro\u00dfherzoglich Mecklenburg-Schwerinsche Staats-Kalender f\u00fchrte den Ort letztmalig 1857 auf. Die letzte Erinnerung an Alt Brustorf wurde 1909 im Grundbuch des Lehngutes Adamsdorf getilgt.<\/p>\n<p>Ferdinand von Maltzan,\u00a0Sohn\u00a0Joseph von Maltzans und zun\u00e4chst ab 1795 Verwalter des Gutes Peckatel , lie\u00df um 1800 auf einer Anh\u00f6he ein bescheidenes Gutshaus errichten, in dem er bis 1805 lebte. Bis 1823 wohnte noch sein Sohn Friedrich dort.<\/p>\n<p><strong>Quellen<\/strong>:<br \/>\nDarjes, E. 2011: Alt-Brustorf, Lkr. Mecklenburg-Strelitz \u2013 Die Rekonstruktion einer d\u00f6rflichen Siedlung und Gemarkung anhand von arch\u00e4ologischen und historischen Quellen. Arch\u00e4ologische Berichte aus Mecklenburg-Vorpommern <strong>18<\/strong>: 106-111.<br \/>\nKrull, G. (Bearb.) 1994: 720 Jahre Ersterw\u00e4hnung Peckatel-Brustorf. Hrsg. vom F\u00f6rderverein Alte Schmiede Peckatel. Friedland. Foto: Seite 4.<br \/>\nKrull, G. 1999: Herrschaftliche Nebenbetriebe bei Peckatel und Brustorf. Strelitzer Land. Jg. 2000. Neustrelitz 11-20.<br \/>\nKreisarchiv Mecklenburgische Seenplatte, Regionalstandort Neustrelitz, Signatur Nr. 1592, Protokolle und Beschl\u00fcsse der Gemeindevertretung Peckatel 1946 bis 1961.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine kurze Geschichte des Ortes Ersterw\u00e4hnung von Brustorf Brustorf wird unter dem Namen Brusmezdorpe erstmals in der Urkunde vom 12. M\u00e4rz 1274 erw\u00e4hnt, mit der Nikolaus, F\u00fcrst von Werle, den Br\u00fcdern Bernhard und Heinrich von Peccatel dieses und mehrere weitere G\u00fcter verleiht. 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