{"id":4908,"date":"2021-07-12T16:24:59","date_gmt":"2021-07-12T16:24:59","guid":{"rendered":"http:\/\/kleinvielen-ev.de\/?page_id=4908"},"modified":"2021-07-20T09:46:41","modified_gmt":"2021-07-20T09:46:41","slug":"die-ziegelei-in-klein-vielen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/kleinvielen-ev.de\/?page_id=4908","title":{"rendered":"Die Ziegelei bei Klein Vielen"},"content":{"rendered":"<p>Eine Ziegelei wurde in der Gutswirtschaft Klein Vielen bereits um 1757 betrieben. Auf der damals von C. Seemann gezeichneten Directorialvermessungskarte findet sich eine Flurbezeichnung \u201eBey der Ziegel-Kuhl\u201c. Dort wurden die Rohstoffe offenbar gewonnen und f\u00fcr den Brand bearbeitet. Ein Weg, der fr\u00fcher von Klein Vielen direkt nach Zahren f\u00fchrte, wird noch heute als &#8222;Teigelweg&#8220; bezeichnet. Dort, wo er heute als Sackgasse endet, befand sich auf der rechten Seite am Rande einer Senke der Standort dieser Ziegelei.<a href=\"http:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Ziegeleiteich-an-der-Zahrener-Grenze-Reste-Ziegelei-Kl-Vielen-am-Ende-des-Teigelweges-2000-und-2011.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-4910 alignright\" src=\"http:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Ziegeleiteich-an-der-Zahrener-Grenze-Reste-Ziegelei-Kl-Vielen-am-Ende-des-Teigelweges-2000-und-2011-903x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"335\" height=\"380\" srcset=\"https:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Ziegeleiteich-an-der-Zahrener-Grenze-Reste-Ziegelei-Kl-Vielen-am-Ende-des-Teigelweges-2000-und-2011-903x1024.jpg 903w, https:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Ziegeleiteich-an-der-Zahrener-Grenze-Reste-Ziegelei-Kl-Vielen-am-Ende-des-Teigelweges-2000-und-2011-265x300.jpg 265w, https:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Ziegeleiteich-an-der-Zahrener-Grenze-Reste-Ziegelei-Kl-Vielen-am-Ende-des-Teigelweges-2000-und-2011-768x871.jpg 768w, https:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Ziegeleiteich-an-der-Zahrener-Grenze-Reste-Ziegelei-Kl-Vielen-am-Ende-des-Teigelweges-2000-und-2011.jpg 1181w\" sizes=\"(max-width: 335px) 100vw, 335px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die Ziegelei Klein Vielen erscheint zwischen 1821 und 1837 unter den versicherten Geb\u00e4uden in den j\u00e4hrlich aktualisierten Brandversicherungs-Policen, die der damalige Gutsherr Eduard Jahn auf Klein Vielen, damals noch minderj\u00e4hrig und durch seinen Vormund E. Gundlach vertreten, bei der Ritterschaftlichen Brandversicherungsgesellschaft abgeschlossen hatte.<br \/>\n1821 wird \u201edie erst neu erbaute 150 Fu\u00df lange 40 Fu\u00df tiefe Ziegelscheune, welche von Kiefern Holtze und mit einem Strohdach an der Grentze der Feldmark in einer bedeutenden Entfernung von 51 \u00bd Fu\u00df vom Ziegelofen erbaut worden\u201c erstmals erw\u00e4hnt.<br \/>\n1834 wird der Bau in den Unterlagen etwas anders beschrieben:<br \/>\n\u201eEine Ziegelscheune, von Eichen-Holz, mit Stroh und Steinen gedeckt, an der Grenze der Feldmark und in einer Entfernung von 52 Fu\u00df vom Ziegelofen liegend.\u201c<br \/>\n1835 findet sich der gleichlautende Eintrag und auch im Jahr 1837 war er zun\u00e4chst verzeichnet, wurde dann aber vom federf\u00fchrenden Vormund des noch minderj\u00e4hrigen Eduard Jahn durchgestrichen (LHA Schwerin, Sign 460, Bl. 65, 84 und 122).<br \/>\nVormund Gundlach begr\u00fcndete dies so: \u201eIn Erwiderung auf die sehr geehrte Zuschrift [\u2026] bemerke ich hiermit folgendes. Schon seit vielen Jahren ist in den Policen \u00fcber die Versicherung der Kl. Vielenschen Geb\u00e4ude die an der Grenze der Feldmark belegene freystehende Ziegelscheune mit aufgef\u00fchrt, und dabei bemerkt, da\u00df dieselbe 50 Fu\u00df vom Ziegelofen entfernt sey. Die Statuten der Brandsociet\u00e4t waren nicht genau zur Hand genommen und daher in den fr\u00fcheren Jahren [\u2026] nicht moniert worden, so wurde dieser Punkt bey der jetzigen Ausfertigung [\u2026] \u00fcbersehen.<br \/>\nIch habe dies Geb\u00e4ude in den Policen nunmehr g\u00e4nzlich gestrichen [\u2026]\u201c (LHA Schwerin, Bl. 114).<br \/>\nDie Statuten lie\u00dfen n\u00e4mlich die Versicherung eines Geb\u00e4udes, das so nahe an einer brandgef\u00e4hrlichen Feuerst\u00e4tte gebaut worden war, nicht zu.<\/p>\n<p>Nun war die Scheune zwar nicht mehr versichert, aber die Produktionsst\u00e4tte lief weiter. Im Gro\u00dfherzoglich Mecklenburg-Schwerinschen Staatskalender \u00fcber das Jahr 1850 wird die Ziegelei noch aufgef\u00fchrt (Staats-Kalender 1850: 110). Danach verlieren sich ihre Spuren. In den Martinilisten von 1870 und 1871 werden keine Ziegler mehr genannt. Da sich auf sp\u00e4teren Karten wie dem Messtischblatt von 1884 nichts mehr findet, ist anzunehmen, dass der Ziegeleibetrieb in den Jahren nach 1850 aufgegeben wurde.<\/p>\n<p>In den Akten ist &#8211; wie erw\u00e4hnt &#8211; nur von einer Scheune und dem Ziegelofen die Rede, nicht von einem Wohnhaus. Die Ziegelhandwerker wohnten daher \u2013 wie aus den Archivalien hervorgeht \u2013 entweder in Klein Vielen oder Hartwigshof.<br \/>\nIn einem Heiratsregister taucht unter dem 9. Mai 1766 als Klein Vielener Einwohner beispielsweise der Ziegler Hans J\u00fcrgen Neumann auf, der damals eine Ilsabe Rahn heiratete (Schubert 1991: 416).<br \/>\nIn den Martinilisten f\u00fcr das Kirchspiel Peckatel findet sich im Jahr 1804 der Hinweis, dass in Klein Vielen ein Ziegler Weiland wohnte. 1821 und 1822 wird ein Ziegler Below in der Liste der Einwohner der Meierei Hartwigshof verzeichnet, 1827 bis 1832 ein Ziegler L\u00fcdecke in Klein Vielen. Below ziegelte zwischendurch wohl in der Ziegelei Adamsdorf, 1834 bis 1838 erscheint der Name Below dann wieder unter den Einwohnern von Hartwigshof, 1836 findet sich bei ihm die Erg\u00e4nzung \u201e\u2026arbeitet als Tagel\u00f6hner\u201c. 1839 und auch 1843 notiert der damalige Peckateler Pastor Nahmacher, dass Below in der Ziegelei wohnte \u2013 ein Hinweis auf zwischenzeitliche Schaffung von Wohnraum? \u2013 und keinen Gesellen hatte. 1846 ist er immer noch dort, nun mit einem Gesellen.<\/p>\n<p><strong>Quellen:<\/strong><br \/>\nCarte von den Hoch Adlichen Gute Kleinen Vielen nebst den Meyerhoff Alte H\u00fctte, gezeichnet von C. Seemann1757. LHA Schwerin, Sign. LHA S-2017-100-001.<br \/>\nGro\u00dfherzoglich Mecklenburg-Schwerinscher Staats-Kalender. Schwerin 1850.<br \/>\nLHA Schwerin, 3.2-4 Ritterschaftliche Brandversicherungsgesellschaft, Nr. 460, Bl. 65, 84, 122 und 114.<br \/>\nLHA Schwerin, Martinilisten des Kirchspiels Peckatel, verschiedene Jahre zwischen 1794 und 1871.<br \/>\nSchubert, F. 1991: Kopulationsregister aus mecklenburgischen Kirchenb\u00fcchern von 1751 bis 1800, Teil A, 3. Lieferung: Penzlin. G\u00f6ttingen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Ziegelei wurde in der Gutswirtschaft Klein Vielen bereits um 1757 betrieben. Auf der damals von C. Seemann gezeichneten Directorialvermessungskarte findet sich eine Flurbezeichnung \u201eBey der Ziegel-Kuhl\u201c. Dort wurden die Rohstoffe offenbar gewonnen und f\u00fcr den Brand bearbeitet. 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