{"id":656,"date":"2016-11-06T17:54:17","date_gmt":"2016-11-06T17:54:17","guid":{"rendered":"http:\/\/kleinvielen-ev.de\/?page_id=656"},"modified":"2024-07-20T15:53:23","modified_gmt":"2024-07-20T14:53:23","slug":"land-im-grenzgebiet","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/kleinvielen-ev.de\/?page_id=656","title":{"rendered":"An der Grenze zwischen zwei ehemaligen Gro\u00dfherzogt\u00fcmern"},"content":{"rendered":"<h5><strong>Eine kleine Verwaltungsgeschichte<\/strong><\/h5>\n<p>1701 kam es in Mecklenburg zu einer dritten Hauptlandesteilung, die zu zwei beschr\u00e4nkt autonomen Herzogt\u00fcmern f\u00fchrte: das gr\u00f6\u00dfere Mecklenburg-Schwerin und das kleinere Mecklenburg-Strelitz. 1815 wurden sie zu Gro\u00dfherzogt\u00fcmern.<br \/>\nDie Gemarkungen der heutigen Gemeinden<a href=\"http:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/PrLAufn1882-Hzieritz-Nr-1140-Ausschnitt-Internet.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-2926 alignright\" src=\"http:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/PrLAufn1882-Hzieritz-Nr-1140-Ausschnitt-Internet-943x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"272\" srcset=\"https:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/PrLAufn1882-Hzieritz-Nr-1140-Ausschnitt-Internet-943x1024.jpg 943w, https:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/PrLAufn1882-Hzieritz-Nr-1140-Ausschnitt-Internet-276x300.jpg 276w, https:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/PrLAufn1882-Hzieritz-Nr-1140-Ausschnitt-Internet-768x834.jpg 768w, https:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/PrLAufn1882-Hzieritz-Nr-1140-Ausschnitt-Internet.jpg 1181w\" sizes=\"(max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><\/a>\u00a0Klein Vielen und Hohenzieritz lagen sich \u00fcber Jahrhunderte hinweg an der Grenze zwischen den beiden ehemaligen Gro\u00dfherzogt\u00fcmern gegen\u00fcber, die bis 1918 existierten.<br \/>\nDie Gutsd\u00f6rfer Klein Vielen und Peckatel geh\u00f6rten dabei zum Gro\u00dfherzogtum Mecklenburg-Schwerin. S\u00fcdlich und \u00f6stlich stie\u00dfen ihre Gemarkungen an die Grenze zum ehemaligen Gro\u00dfherzogtum Mecklenburg-Strelitz &#8211; das war der zweite mecklenburgische Staat.<br \/>\nVergleicht man das Messtischblatt von 1882\/84 (siehe Abb.) und ein aktuelles Luftbild, so\u00a0ist\u00a0die alte &#8222;Landesgrenze&#8220; zwischen dem Kleinen Stadtsee s\u00fcdlich von Penzlin und dem Peutscher Forst bei Brustorf auch heute noch\u00a0 vollst\u00e4ndig im Landschaftsbild zu sehen und zwar exakt in ihrem historischen Verlauf.<br \/>\nWas heute als Band von Feldgeh\u00f6lzen erscheint, ist ein einzigartiges und sichtbares Zeugnis der\u00a0Politik- und Verwaltungsgeschichte Mecklenburg-Vorpommerns, ein Schatz, der bewahrt werden sollte.<br \/>\nUnd auch &#8222;unter Wald&#8220; liegen noch steinerne Zeugen der alten Grenze zwischen den beiden Gro\u00dfherzogt\u00fcmern, wie Studierende der Hochschule Neubrandenburg herausfanden (<a href=\"http:\/\/kleinvielen-ev.de\/?page_id=2985\"><strong>siehe hier<\/strong><\/a>).<\/p>\n<p>Die Gro\u00dfherzogt\u00fcmer waren entsprechend dem Grundeigentum in <strong>drei politische Landesteile<\/strong> gegliedert:<\/p>\n<ol>\n<li>Das gro\u00dfherzogliche <strong>Domanium<\/strong>, das sich in Amtsbezirke bzw. <strong>\u00c4mter<\/strong> unterteilte. Alle Ortschaften geh\u00f6rten einem der \u00c4mter an, so auch die Orte zwischen Lieps und Havelquelle. In Mecklenburg-Schwerin gab es 26 \u00c4mter, in Mecklenburg-Strelitz vier Domanial\u00e4mter sowie ein Kabinettsamt.<\/li>\n<li>Die <strong>Ritterschaft<\/strong> (entsprechend dem Amtsbezirk) fasste den ritterschaftlichen Grundbesitz zusammen, der sich aus adligen, sp\u00e4ter auch b\u00fcrgerlichen Grundbesitzern zusammensetzte. In diesen Gebieten gab es keine Verwaltungsbeh\u00f6rden, lediglich die sogenannten ritterschaftlichen \u00c4mter, die f\u00fcr die Erhebung der Hufensteuer verantwortlich waren.<a href=\"http:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Amtszugehoerigkeit-der-Orte-zwischen-Lieps-und-Havelquelle.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-5949 alignright\" src=\"http:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Amtszugehoerigkeit-der-Orte-zwischen-Lieps-und-Havelquelle-198x300.jpg\" alt=\"\" width=\"198\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Amtszugehoerigkeit-der-Orte-zwischen-Lieps-und-Havelquelle-198x300.jpg 198w, https:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Amtszugehoerigkeit-der-Orte-zwischen-Lieps-und-Havelquelle-768x1161.jpg 768w, https:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Amtszugehoerigkeit-der-Orte-zwischen-Lieps-und-Havelquelle-677x1024.jpg 677w, https:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Amtszugehoerigkeit-der-Orte-zwischen-Lieps-und-Havelquelle.jpg 1345w\" sizes=\"(max-width: 198px) 100vw, 198px\" \/><\/a><\/li>\n<li>Die <strong>Landschaft<\/strong>, die St\u00e4dte mit den zugeh\u00f6rigen st\u00e4dtischen G\u00fctern umfasste, die sich selbst verwalteten.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Die nebenstehende Abbildung zeigt, zu welchen \u00c4mtern die Orte zwischen Lieps und Havelque<a href=\"http:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Amtszugehoerigkeit-der-Orte-zwischen-Lieps-und-Havelquelle.tif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-5948\" src=\"http:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Amtszugehoerigkeit-der-Orte-zwischen-Lieps-und-Havelquelle.tif\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/a>lle zwischen 1701 und 1939 geh\u00f6rten. Die l\u00e4ngste Zeit waren sie dem Ritterschaftlichen Amt Stavenhagen zugeordnet. Davon zeugt zum Beispiel noch ein <a href=\"http:\/\/kleinvielen-ev.de\/?page_id=1190\"><strong>erhalten gebliebener Grenzstein<\/strong> <\/a>zwischen Liepen und Hartwigshof (Hartwigsdorf). Wann dieser gesetzt wurde, ist nicht bekannt.<\/p>\n<p>Die Gemarkungen der Gemeinde Klein Vielen geh\u00f6rten dann ab 1952 zum Landkreis Waren im Land Mecklenburg. Erst mit der Gebiets- und Verwaltungsreform 1952 wurden die historischen Zusammenh\u00e4nge endg\u00fcltig aufgel\u00f6st. Zuvor bereits, zwischen 1939 und 1945, war der Ort Liepen zu &#8222;Stargard&#8220; und von 1946 bis 1952 zu &#8222;Strelitz&#8220; zugeordnet worden, w\u00e4hrend die anderen zu Waren geh\u00f6rten.<br \/>\nAb 1952 und bis 1990 lag die 1960 gegr\u00fcndete Gemeinde nun im Kreis Neustrelitz im DDR-Bezirk Neubrandenburg. Zu diesem Kreis geh\u00f6rte sie auch nach der Vereinigung der beiden deutschen Staaten und der Wiedergr\u00fcndung des (Bundes-)Landes Mecklenburg-Vorpommern und zwar bis 1994.<br \/>\nMit der Gebiets- und Verwaltungsreform 1994 wurde die Gemeinde Klein Vielen Bestandteil des Landkreises Mecklenburg-Strelitz, der aus den Kreisen Neustrelitz, Neubrandenburg-Land und dem gr\u00f6\u00dften Teil des Kreises Strasburg entstand. Nach der vorerst letzten Gebiets- und Verwaltungsreform 2010 liegt sie mit Wirkung vom 4. September 2011 im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte.<br \/>\nBis 1918 war die s\u00fcdliche bzw. \u00f6stliche Gemeindegrenze auch die alte Grenze zwischen den ehemaligen Gro\u00dfherzogt\u00fcmern. Im Osten bildet die ehemalige &#8222;Staatsgrenze&#8220; heute die Grenze zur Gemeinde Hohenzieritz, im S\u00fcdosten die zur Gemeinde Blumenholz und im S\u00fcden die zur Stadt Neustrelitz.<br \/>\nIm Norden liegt das Gemeindegebiet der Stadt Penzlin und im Westen das der Gemeinde Kratzeburg.<br \/>\n&#8222;An der Grenze&#8220;, das ist heute noch eine gebr\u00e4uchliche Redewendung in den Gemeinden Hohenzieritz und Klein Vielen.<\/p>\n<p><strong>Quelle Karte:<\/strong><br \/>\nAusschnitt aus: K\u00f6niglich-Preussische Landes-Aufnahme 1882, herausgegeben 1884. Nr. 1140 Hohenzieritz.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine kleine Verwaltungsgeschichte 1701 kam es in Mecklenburg zu einer dritten Hauptlandesteilung, die zu zwei beschr\u00e4nkt autonomen Herzogt\u00fcmern f\u00fchrte: das gr\u00f6\u00dfere Mecklenburg-Schwerin und das kleinere Mecklenburg-Strelitz. 1815 wurden sie zu Gro\u00dfherzogt\u00fcmern. 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