{"id":788,"date":"2016-11-21T18:25:49","date_gmt":"2016-11-21T18:25:49","guid":{"rendered":"http:\/\/kleinvielen-ev.de\/?page_id=788"},"modified":"2020-11-01T11:32:03","modified_gmt":"2020-11-01T11:32:03","slug":"g-f-c-lisch-kegelgrab-von-peccatel-bei-penzlin","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/kleinvielen-ev.de\/?page_id=788","title":{"rendered":"G.F.C. Lisch: Kegelgrab von Peccatel bei Penzlin (Gro\u00dfer Geldberg)"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Schild-gr-Geldberg-200dpi.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-4056 alignright\" src=\"http:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Schild-gr-Geldberg-200dpi-768x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"274\" height=\"366\" srcset=\"https:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Schild-gr-Geldberg-200dpi-768x1024.jpg 768w, https:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Schild-gr-Geldberg-200dpi-225x300.jpg 225w, https:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Schild-gr-Geldberg-200dpi.jpg 787w\" sizes=\"(max-width: 274px) 100vw, 274px\" \/><\/a>\u00bbAuf der wests\u00fcdwestlichen Seite der Feldmark Peccatel (in der Richtung nach Liepen), da wo auch die Grenzen von Adamsdorf (fr\u00fcher Kustal) und Klem=Vielen zusammentreffen, liegt auf einem H\u00fcgelr\u00fccken, der fast von Norden nach S\u00fcden l\u00e4uft und sich etwas steil nach Osten abdacht, ein Kegelgrab von 25 Fu\u00df H\u00f6he und 120 Fu\u00df Durchmesser, mit Eichen, Buchen und Geb\u00fcsch bewachsen. Es wird der gro\u00dfe Geldberg genannt (ein Name, welcher auch zu Lehsen vorkommt). Zur Aufdeckung dieses Grabes im Interesse des Vereins hatte mich der Herr Baron A. von Maltzan auf Peutsch, der schon fr\u00fcher einen Versuch gemacht hatte, von Osten und Westen in den Grabh\u00fcgel hineinzudringen, freundlichst eingeladen, gab auch die erforderliche Mannschaft und Anspannung dazu her. Bei der fr\u00fcher versuchten Aufgrabung waren an der Oberfl\u00e4che, die \u00fcberall 3 bis 4 Fu\u00df hoch mit gr\u00f6\u00dferen und kleineren Steinen bedeckt ist, im Osten viele Urnen, aber nur in Scherben, mit Knochen zum Vorschein gekommen, hatten aber kein bestimmtes Resultat geliefert, ob sie der Zeit der Kegelgr\u00e4ber oder einer sp\u00e4tem Periode angeh\u00f6rten.<sup>1)<\/sup> Indem ich nun in der angefangenen Richtung von Osten nach Westen die Arbeit fortsetzte und einen Durchschnitt von 24 Fu\u00df Breite durch den ganzen H\u00fcgel machte, fand ich noch 8 Fu\u00df \u00f6stlich von der Spitze des H\u00fcgels, 5 Fu\u00df tief, eine Brandstelle mit einer doppelten Schicht mittelgro\u00dfer Steine, aber keine Spur von Urnen oder sonstigen Alterth\u00fcmern. Au\u00dfer der Steindeckung \u00fcber dem ganzen H\u00fcgel fand sich eine zweite innere W\u00f6lbung aus einer einfachen Schicht ziemlich gro\u00dfer Steine, die aber nur etwa ein Drittheil des H\u00fcgels im S\u00fcden und S\u00fcdosten bis zur Mitte umfa\u00dfte und 12 Fu\u00df tief unter der Oberfl\u00e4che sich hinzog. Grade in der Mitte des Kegels fanden sich erst wieder Steine, sonst war alles Sand, und zwar war es der eigentliche Begr\u00e4bni\u00dfplatz mit der Brandstelle und den dar\u00fcber backofenf\u00f6rmig gelegten Steinen, aber nur sehr klein. Ueber dem Urboden, der aus Lehmmergel besteht, war 2 Fu\u00df hoch Sand angeh\u00e4uft, 5 1\/2 Fu\u00df lang und 4 1\/2 Fu\u00df breit. Darauf war die Leiche verbrannt und so weit auch mit Steinen, in der Mitte etwa 2 Fu\u00df hoch, belegt. Auf der Brandstelle lag eine fast harte Decke von Asche, fast 2 Linien dick und dar\u00fcber eine Menge Kohlen, von Eichen und \u00dcberreste von Knochen. Zwischen den Kohlen fanden sich in der ganzen Fl\u00e4che zerstreut:<\/p>\n<ol>\n<li>Etwa 14 hellblaue oder meerblaue Glasperlen, von denen aber nur 8 erhalten und im Brande etwas zusammengeschmolzen sind; die \u00fcbrigen zerfielen in sandartige St\u00fccke. Sie sind bedeutend gr\u00f6\u00dfer, als die zu Lehsen gefundenen (Jahresbericht IV, 28). An eine Perle ist ein St\u00fcckchen Gold angeschmolzen, so wie an eine andere ein St\u00fcck von einem Zahne. Au\u00dferdem lagen zwischen den Kohlen und besonders in der Asche<\/li>\n<li>St\u00fcckchen Gold, ohne Zweifel Reste eines spiralf\u00f6rmig gewundenen Fingerringes, wie Jahrb. IX, S. 336, von welchem mehrere Enden Drath ganz unversehrt, andere ganz klar zusammengeschmolzen sind; das Gewicht des Goldes betrug 50 Gran Apothekergewicht.<br \/>\nAu\u00dferdem fanden sich viele zerschmolzene St\u00fccke Bronze; von diesen ist klar zu erkennen:<\/li>\n<li>eine Heftel mit zwei Spiralplatten, wie die in Jahrb. IX, S. 331 abgebildete;<\/li>\n<li>drei Enden d\u00fcnner Spiralen, vielleicht Halsschmuck, 1\/4 &#8220; im Durchmesser und bis 1 &#8220; lang;<\/li>\n<li>sechs Ringe, wahrscheinlich Beschlagringe, ungef\u00e4hr 1\/2 &#8220; im innern, 3\/4 &#8220; im \u00e4u\u00dfern Durchmesser;<\/li>\n<li>mehrere St\u00fccke Bronzeblech, ungef\u00e4hr 3\/4 &#8220; breit, wie von einem gro\u00dfen Ringe;<\/li>\n<li>eine ziemlich gro\u00dfe Menge kleiner Bronze=Fragmente.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Der Inhalt dieses Grabes ist in den auszeichnenden Hauptsachen, Gold und meerblauem (caeruleus) Glase, ganz dem Kegelgrabe von Lehsen (Jahresber. IV, S. 28) gleich, und geben diese beiden Gr\u00e4ber durch die Glasperlen einen wichtigen Anhaltspunct f\u00fcr die Zeitbestimmung der ausgebildeten Kegelgr\u00e4ber.<br \/>\nBei dieser Auffindung waren zugegen die Herren Baron A. von Maltzan, von Kardorff auf Remlin, Bibliothekar Genzen, Lieutenant von B\u00fclow, Lieutenant du Trossel aus Neustrelitz, Gutsbesitzer Dudy auf Adamsdorf und Pastor Nahmmacher zu Peccatel.<br \/>\nWestlich von dieser Stelle war in einer Entfernung von 8 Fu\u00df eine mauerf\u00f6rmige Steinsetzung von 4 Fu\u00df H\u00f6he und Breite in einem Kreisbogen, dessen Mittelpunct die Brandstelle war. Oestlich war sie nicht zu entdecken, vielleicht liegt sie wegen des steilen Abhanges des Urbodens noch tiefer, als es augenblicklich m\u00f6glich war hineinzugraben.<br \/>\nEtwa 400 Schritte westlich von diesem Kegelgrabe liegt ein anderes von 20 Fu\u00df H\u00f6he und etwa 100 Fu\u00df Durchmesser in der Scheide zwischen Adamsdorf und Klein=Vielen; es hei\u00dft der kleine Geldberg.<br \/>\nFerner befindet sich s\u00fcdwestlich nahe bei dem gro\u00dfen Geldberge auf einem runden, aber flachen H\u00fcgel ein Steinkreis von 30 Fu\u00df Durchmesser, wie der Ring um ein Kegelgrab. Hier soll ein fr\u00fcherer Besitzer von Adamsdorf nachgegraben und Urnenscherben gefunden haben.<br \/>\nVietl\u00fcbbe, im Juni 1844.<\/p>\n<p><sup>1)<\/sup> Als ich bald nach diesen ersten Versuchen das Grab zu Peccatel besichtigte, glaubte ich in den noch bei dem Grabe liegenden Scherben Urnen aus den Kegelgr\u00e4bern zu erkennen.\u00a0 C. F. Lisch.\u00ab<\/p>\n<p><strong>Quelle des Aufsatzes:<br \/>\n<\/strong>Jahrb\u00fccher des Vereins f\u00fcr Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde,\u00a0 Band <strong>10<\/strong> (1845), S. 274-278<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00bbAuf der wests\u00fcdwestlichen Seite der Feldmark Peccatel (in der Richtung nach Liepen), da wo auch die Grenzen von Adamsdorf (fr\u00fcher Kustal) und Klem=Vielen zusammentreffen, liegt auf einem H\u00fcgelr\u00fccken, der fast von Norden nach S\u00fcden l\u00e4uft und sich etwas steil nach Osten abdacht, ein Kegelgrab von 25 Fu\u00df H\u00f6he und 120 Fu\u00df Durchmesser, mit Eichen, Buchen &hellip; <a href=\"https:\/\/kleinvielen-ev.de\/?page_id=788\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">G.F.C. 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