{"id":79,"date":"2016-10-26T11:42:19","date_gmt":"2016-10-26T11:42:19","guid":{"rendered":"http:\/\/kleinvielen-ev.de\/?page_id=79"},"modified":"2022-07-04T15:19:31","modified_gmt":"2022-07-04T15:19:31","slug":"die-alte-schmiede-in-peckatel","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/kleinvielen-ev.de\/?page_id=79","title":{"rendered":"Die alte Schmiede in Peckatel"},"content":{"rendered":"<h5><strong>Zur Geschichte<\/strong><\/h5>\n<figure id=\"attachment_4234\" aria-describedby=\"caption-attachment-4234\" style=\"width: 291px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/alte-schmiede-FE-Nr-166-vom-15-7-1988-S-7.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-4234\" src=\"http:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/alte-schmiede-FE-Nr-166-vom-15-7-1988-S-7-1024x882.jpg\" alt=\"\" width=\"291\" height=\"251\" srcset=\"https:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/alte-schmiede-FE-Nr-166-vom-15-7-1988-S-7-1024x882.jpg 1024w, https:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/alte-schmiede-FE-Nr-166-vom-15-7-1988-S-7-300x258.jpg 300w, https:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/alte-schmiede-FE-Nr-166-vom-15-7-1988-S-7-768x661.jpg 768w, https:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/alte-schmiede-FE-Nr-166-vom-15-7-1988-S-7.jpg 1180w\" sizes=\"(max-width: 291px) 100vw, 291px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-4234\" class=\"wp-caption-text\">Die Schmiede 1988. Freie Erde Nr. 166 vom 15. Juli 1988, S. 7<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die Schmiede wurde wahrscheinlich zwischen 1851 und 1871 gebaut bzw. umgebaut. Der rechteckige Feldsteinbau mit Satteldach und Teilen aus Backstein hatte an der Stra\u00dfenseite eine Vorlaube auf vier S\u00e4ulen.<br \/>\nDie dicken W\u00e4nde aus Feldsteinen waren vermutlich wesentlich \u00e4lter als angegeben, man spricht von einer Bauzeit im 16. Jahrhundert oder 17. Jahrhundert. Die W\u00e4nde waren aus unbehauenen Feldsteinen und nur an den Ecken bearbeitet. Das Geb\u00e4ude war ohne Fundament auf ebenen Boden gesetzt worden. Das Dach wurde wahrscheinlich mehrere Male erneuert. Vermutlich stand dieser Teil der Schmiede schon im ritterschaftlichen Bauerndorf Peckatel und wurde im 19. Jahrhundert nur modernisiert.<br \/>\nAls Gutsherr von Maltzan 1862\/63 die Kirche neu errichten lie\u00df, \u00fcbernahm der damalige Schmied Vester alle Eisenarbeiten.<br \/>\nDie Produktionsst\u00e4tte blieb bis 1934 Gutsschmiede.<br \/>\nAls der derzeitige Besitzer Ludolf von Maltzahn sein Hauptgut an eine Siedlungsgesellschaft verkaufen musste, erwarb der Schmied und Siedler Hermann Hacker Schmiede, Wohnhaus und Ackerland. Kurze Zeit danach erbte sein Sohn Heinrich den Besitz. 1939 gab Hacker die nebenbei bewirtschaftete Landwirtschaft auf.<br \/>\n1942 wurde er eingezogen und fiel. Seine Witwe verpachtete die Schmiede an den Fl\u00fcchtling Richard Schulz. Bis zu seinem Tode war Richard Schulz als selbst\u00e4ndiger Handwerker t\u00e4tig.<br \/>\nAm 1. Dezember 1960 fuhr ein LKW auf glatter Stra\u00dfe durch Peckatel und wollte in H\u00f6he der Schmiede einem entgegenkommenden Lastwagen ausweichen.<a href=\"http:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/alte-schmiede-beschaedigt-1960.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-4238 alignright\" src=\"http:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/alte-schmiede-beschaedigt-1960.jpg\" alt=\"\" width=\"241\" height=\"207\" srcset=\"https:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/alte-schmiede-beschaedigt-1960.jpg 663w, https:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/alte-schmiede-beschaedigt-1960-300x258.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 241px) 100vw, 241px\" \/><\/a><br \/>\nDabei kam er ins Rutschen, fuhr in die Schmiede hinein, nahm zwei St\u00fctzs\u00e4ulen mit, was zum Teileinsturz des Giebels f\u00fchrte. Die St\u00fctzs\u00e4ulen, eigentlich rund, wurden in quadratischer Form wieder aufgebaut.<br \/>\nAb 1972 verfiel das Geb\u00e4ude. Mehrmals wurde in die Schmiede eingebrochen und Werkzeug gestohlen. 1979 wurde sie unter Denkmalschutz gestellt, und damit durfte das Geb\u00e4ude nicht abgerissen werden.<br \/>\nStaatliche Zuwendungen erhielt die Besitzerin, Frau Emma Schulz, allerdings nicht. Der Anblick der Schmiede erregte immer wieder Aufsehen, wegen des kulturhistorischen Wertes einerseits und des schlechten baulichen Zustandes andererseits (siehe Foto von 1988).<\/p>\n<figure id=\"attachment_457\" aria-describedby=\"caption-attachment-457\" style=\"width: 338px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/Alte-Schmiede.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-457\" style=\"font-weight: bold; background-color: transparent;\" src=\"http:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/Alte-Schmiede-300x227.jpg\" alt=\"alte-schmiede\" width=\"338\" height=\"256\" srcset=\"https:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/Alte-Schmiede-300x227.jpg 300w, https:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/Alte-Schmiede-768x581.jpg 768w, https:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/Alte-Schmiede-1024x775.jpg 1024w, https:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/Alte-Schmiede.jpg 1317w\" sizes=\"(max-width: 338px) 100vw, 338px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-457\" class=\"wp-caption-text\">Die Schmiede im Jahr 2006<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Abriss und Wiederaufbau 1991<\/strong><br \/>\n1991 kam es zu einem schweren Sturmschaden und das Dach drohte einzust\u00fcrzen . Da an der Schmiede der Weg zur Schule f\u00fchrte, war Gefahr im Verzug, es musste gehandelt werden.<br \/>\nDie damalige B\u00fcrgermeisterin von Klein Vielen, Judith Mantwillat, stellte einen Antrag auf Abriss an die Untere Denkmalschutzbeh\u00f6rde des damaligen Landkreises Mecklenburg-Strelitz, dem unter der Bedingung zugestimmt wurde, die Schmiede anschlie\u00dfend wiederaufzubauen. Die alte Schmiede wurde abgetragen und die Feldsteine wurden beiseite gepackt. Weitere Antr\u00e4ge auf F\u00f6rdermittel wurden gestellt und waren erfolgreich.<br \/>\nDie Firma Planbau\/Ingenieurbau Neustrelitz erarbeitete nach alten Originalfotos ein Projekt, das auch vorsah, die Schmiede einige Meter zur\u00fcckzusetzen.<br \/>\nAm Wiederaufbau waren neben der genannten Firma die Firmen Hempel, Gentz und Krey\u00a0 aus Neustrelitz und die Firma Diehr\/Wesenberg beteiligt.<br \/>\nDas Kulturministerium stellte Mittel zur Verf\u00fcgung, die Gemeinde Klein Vielen setzte damals in gr\u00f6\u00dferer Zahl vorhandene Arbeitskr\u00e4fte ein, die \u00fcber den zweiten Arbeitsmarkt in Arbeitsbeschaffungsma\u00dfnahmen gef\u00f6rdert wurden.<br \/>\nIm Dezember 1991 wurde mit dem Bau begonnen und schon acht Monate sp\u00e4ter wurde der Bau \u00fcbergeben.<a href=\"http:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/ausstellung-alte-schmiede.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-4243 alignright\" src=\"http:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/ausstellung-alte-schmiede.jpg\" alt=\"\" width=\"302\" height=\"207\" srcset=\"https:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/ausstellung-alte-schmiede.jpg 945w, https:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/ausstellung-alte-schmiede-300x206.jpg 300w, https:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/ausstellung-alte-schmiede-768x527.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 302px) 100vw, 302px\" \/><\/a><br \/>\nGemeinsam mit der Unteren Dankmalschutzbeh\u00f6rde hatte die Gemeinde erste Gedanken f\u00fcr eine sp\u00e4tere Nutzung zu Papier gebracht. Es gr\u00fcndete sich ein F\u00f6rderverein f\u00fcr die alte Schmiede, der bis heute besteht und dessen Mitglieder in den Folgejahren Ausstellungen und andere Veranstaltungen durchf\u00fchrten.<br \/>\nDie Ausstellungen wurden insbesondere von der ehemaligen Ortschronistin und Lehrerin Gisela Krull konzipiert. Ihre erste Ausstellung anl\u00e4sslich der Einweihung der wiederaufgebauten Schmiede 1992 widmete sich dem Thema \u201eDie Peckateler Bauern 1274 bis 1960\u201c. Zahlreiche weitere Ausstellungen folgten in den 1990er und 2000er Jahren wie die zur Naturschutzgeschichte in der Seenplatte (Das Foto zeigt ein Bild aus der Ausstellung).<br \/>\nDas Schmiedegeb\u00e4ude befindet sich in Privateigentum.<\/p>\n<p><strong>Quellen<br \/>\n<\/strong>LHA Schwerin, 10.25-1 Mecklenburgische Landgesellschaft mbH, Nr. 1982.<br \/>\nLHA Schwerin, Min f Landw., Dom\u00e4nen und Forsten \u2013 Siedlungsamt \u2013 (Spezialakten) Nr. 3120.<br \/>\nIPSE Neustrelitz (o.J.): Materialsammlung zur Geschichte der Gemeinde Klein Vielen, Ordner VII\/VIII.<br \/>\nhistorisches Foto:\u00a0Freie Erde Nr. 166 vom 15. Juli 1988, S. 7.<br \/>\nArtikel &#8222;Alte Schmiede besch\u00e4digt&#8220;: Freie Erde vom 1. Dezember 1960.<br \/>\nSonstige Fotos: H. Behrens<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zur Geschichte Die Schmiede wurde wahrscheinlich zwischen 1851 und 1871 gebaut bzw. umgebaut. Der rechteckige Feldsteinbau mit Satteldach und Teilen aus Backstein hatte an der Stra\u00dfenseite eine Vorlaube auf vier S\u00e4ulen. Die dicken W\u00e4nde aus Feldsteinen waren vermutlich wesentlich \u00e4lter als angegeben, man spricht von einer Bauzeit im 16. Jahrhundert oder 17. Jahrhundert. 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