{"id":938,"date":"2016-12-12T10:32:35","date_gmt":"2016-12-12T10:32:35","guid":{"rendered":"http:\/\/kleinvielen-ev.de\/?page_id=938"},"modified":"2026-01-25T15:47:53","modified_gmt":"2026-01-25T14:47:53","slug":"walter-hackert-1909-2007","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/kleinvielen-ev.de\/?page_id=938","title":{"rendered":"Walter Hackert (1909-2007)"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_1007\" aria-describedby=\"caption-attachment-1007\" style=\"width: 371px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1007\" src=\"http:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/02_W.H.-April-1934-in-Klein-Vielen-300x199.jpeg\" alt=\"02_w-h-april-1934-in-klein-vielen\" width=\"371\" height=\"246\" srcset=\"https:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/02_W.H.-April-1934-in-Klein-Vielen-300x199.jpeg 300w, https:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/02_W.H.-April-1934-in-Klein-Vielen-768x511.jpeg 768w, https:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/02_W.H.-April-1934-in-Klein-Vielen-1024x681.jpeg 1024w, https:\/\/kleinvielen-ev.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/02_W.H.-April-1934-in-Klein-Vielen.jpeg 1417w\" sizes=\"(max-width: 371px) 100vw, 371px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1007\" class=\"wp-caption-text\">Walter Hackert 1934 an seinem Schreibtisch auf dem Gut Klein Vielen. Quelle: Christiane Witzke<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">(H.B.) Noch immer im kollektiven Dorfged\u00e4chtnis verankert ist der legend\u00e4re F\u00f6rster Walter Hackert.<br \/>\nWalter Hackert erblickte am 13.8.1909 in dem heute verschwundenen Ort Katzenhagen bei Neetzka als Sohn des Bahnw\u00e4rters Paul Hackert und seiner Frau Elise das Licht der Welt. Kurze Zeit sp\u00e4ter zogen die Eltern nach Grischow. Dort wurde 1911 Walters Bruder Fritz geboren.<br \/>\nWalter besuchte in Weitendorf, Goddin und zuletzt in Chemnitz die Dorfschule. Nach Abschluss der Schule in Chemnitz 1924 arbeitete er von Mai bis November desselben Jahres in der Klinggr\u00e4fschen Forstverwaltung Pinnow.<br \/>\nAm 1. Dezember 1924 begann er eine dreij\u00e4hrige Forst- und Jagdausbildung in der Gr\u00e4flich Schwerinschen Forstverwaltung Peenwerder-Zettemin. Anschlie\u00dfend besuchte er von Oktober 1927 bis August 1928 die private Forstschule in Miltenberg am Main mit Abschluss als Forstgehilfe. Bis Oktober 1931 arbeitete er bei verschiedenen Forstverwaltungen, zuletzt bei der Forstverwaltung Plattenburg bei Bad Wilsnack. Aufgrund der allgemein schlechten Wirtschaftslage wurde ihm dort gek\u00fcndigt.<br \/>\nDurch einen Zufall bekam er im Januar 1932 eine Anstellung als F\u00f6rster auf dem Gut Klein Vielen. Christiane Witzke, Tochter von Walter Hackert, schildert, wie es dazu kam: <em>\u201eEigent\u00fcmer des Gutes war zu der Zeit Richard Freiherr von Kap-herr. Er lebte in Dresden und hatte vor Ort Gerd von Tresckow (1889-1944) als Verwalter eingesetzt. Er war der \u00e4ltere Bruder des Generalmajors Henning von Tresckow, der am Attentat auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944 beteiligt war. Fritz Hackert hatte wie sein Bruder die Forstlaufbahn eingeschlagen und war 1931 befristet f\u00fcr vier Wochen f\u00fcr einen gro\u00dfen Holzeinschlag in der Gutsverwaltung Klein Vielen eingesetzt. Als der dortige F\u00f6rster Arndt eine Anstellung in Hannover bei der Heeresforst annahm, wollte er Fritz Hackert seine frei werdende Stelle anbieten. Da er aber dessen Adresse nicht wusste, schrieb er einen Brief an die Eltern. Die gaben ihn an ihren arbeitslosen Sohn Walter weiter, da Sohn Fritz inzwischen woanders gut in Lohn und Brot stand. Unser Vater bewarb sich um den Arbeitsplatz und bekam ihn. Gerd von Tresckow war es egal, welcher Hackert den freien Posten einnahm. Er brauchte auf jeden Fall einen t\u00fcchtigen F\u00f6rster. Mit Gerd von Tresckow, seinem unmittelbaren Vorgesetzten, arbeitete er von da an eng zusammen.<\/em><br \/>\n<em> Unser Vater war nicht nur F\u00f6rster, sondern auch Gutssekret\u00e4r. Noch sehr jung, im Alter von 22 Jahren, trug er bereits Verantwortung f\u00fcr das 800 ha gro\u00dfe Gut und die 604 Morgen gro\u00dfe Forst. Er k\u00fcmmerte sich insbesondere um die umfangreichen Wiederaufforstungen von Kahlschl\u00e4gen, die Unterhaltung des Pflanzgartens sowie den Holzverkauf und \u00fcbte die Jagdaufsicht aus. Er war aber nicht nur f\u00fcr den Wald und die Jagd zust\u00e4ndig. Aufgrund von Einsparma\u00dfnahmen wurde ihm wenige Monate nach Dienstantritt die gesamte Buchhaltung des Gutes einschlie\u00dflich Lohnrechnung, Kassenwesen und Korrespondenz \u00fcbertragen. Vom 6. bis 9. Juli 1936 legte er in Ratzeburg erfolgreich die Revierf\u00f6rsterpr\u00fcfung ab\u201c<\/em> (Witzke 2009: 135\u00a0f.).<br \/>\n1937 verkaufte Kap-herr das Gut an den Landwirt Herbert Bennecke. Bis 1939 behielt Walter Hackert seine Stelle.<br \/>\nSein Dienstverh\u00e4ltnis wurde beendet, als er vom 15.5.1939 an Milit\u00e4rdienst leisten musste. W\u00e4hrend der ganzen Dauer des Zweiten Weltkrieges, vom 1.9.1939 bis 8.5.1945, stand er im Kriegsdienst. Nach R\u00fcckkehr aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft im Juli 1948 konnte er wegen seiner ehemaligen Zugeh\u00f6rigkeit zur NSDAP (er trat im Sommer 1937 ein) zun\u00e4chst nicht im Staatsdienst arbeiten.<br \/>\nAb 1.9.1948 arbeitete er als Waldarbeiter und Taxator f\u00fcr das Forstamt Neustrelitz, sp\u00e4ter als Bauernf\u00f6rster bei der Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe (VdgB). Dort war er f\u00fcr die forstliche Betreuung von Bauernw\u00e4ldern zust\u00e4ndig, und mehr als ein Jahr lang wurde er auch als kommissarischer Kreisforstamtsleiter f\u00fcr die Kreise Neustrelitz und Neubrandenburg eingesetzt. Als Bauernf\u00f6rster kam er auch wieder mit Klein Vielen in Ber\u00fchrung. In Klein Vielen und dem Nachbardorf Peckatel hatte er, ein leidenschaftlicher Imker, auch einen Bienenstand.<br \/>\n1958 wurde Walter Hackert vom Staatlichen Forstwirtschaftsbetrieb Neustrelitz \u00fcbernommen und betreute unter anderem das Rosenholz bei Hohenzieritz und das Revier Carlshof.<br \/>\nW\u00e4hrend seiner Zeit als Bauernf\u00f6rster begegnete er dem damaligen Kreisbeauftragten f\u00fcr Naturschutz, Walter Gotsmann, der ihn, den Forstfachmann, f\u00fcr die Naturschutzarbeit gewinnen konnte. Hackert unterst\u00fctzte Gotsmann bei zahlreichen Exkursionen mit anderen Natur- und Heimatfreunden. Besonders verpflichtet f\u00fchlte er sich dem Schutz der Naturdenkmale und dem Schutz bedrohter Gro\u00dfv\u00f6gel. So betreute er den Seeadlerhorst im Zippelower Holz.<br \/>\n1964 wurde Walter Hackert aufgrund seiner besonderen Leistungen zum Forstingenieur ernannt und 1983 wurde ihm die Dienstbezeichnung \u00bbOberf\u00f6rster\u00ab verliehen. 1984 erhielt er f\u00fcr 60-j\u00e4hrige treue Mitarbeit in der Forstwirtschaft die \u00bbSilberne Axt\u00ab. Noch bis 1989 war er f\u00fcr den Staatlichen Forstwirtschaftsbetrieb Neustrelitz t\u00e4tig.<br \/>\nVon 1966 bis 1996 fungierte er neben seinem Beruf als Revierf\u00f6rster beim Staatlichen Forstwirtschaftsbetrieb als Stadtf\u00f6rster von <span class=\"cmp_parsed_location\" data-cmp_parsed_location_name=\"Neustrelitz\" data-cmp_parsed_location_weather=\"K13055050\" data-cmp_parsed_location_other=\"0\" data-ce-class=\"Locations\">Neustrelitz,<\/span> und anl\u00e4sslich seines 70-j\u00e4hrigen Dienstjubil\u00e4ums im Dezember 1994 wurde ihm von der Stadt &#8211; als Erstem \u00fcberhaupt &#8211; die \u00bbGoldene Rathausmedaille\u00ab verliehen.<br \/>\nAm 13.10.2007 wurde ihm zu Ehren in einem seiner alten Reviere, dem Wald am Rande des heutigen Naturschutzgebietes Klein Vielener See, eine m\u00e4chtige Eiche als \u00bbWalter-Hackert-Eiche\u00ab gewidmet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Literatur<\/strong><br \/>\nWitzke, C. 2007: Unserem Vater Walter Hackert (1909-2007) zum 100. Geburtstag. Ein R\u00fcckblick auf seinen Lebensweg. Neue Schriftenreihe des Karbe-Wagner-Archivs <strong>7<\/strong>: S. 131-142.<br \/>\nBorrmann, K. 2008: Unser F\u00f6rster Walter Hackert. In memoriam. Neue Schriftenreihe des Karbe-Wagner-Archivs <strong>6<\/strong>: S. 142-144.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(H.B.) Noch immer im kollektiven Dorfged\u00e4chtnis verankert ist der legend\u00e4re F\u00f6rster Walter Hackert. Walter Hackert erblickte am 13.8.1909 in dem heute verschwundenen Ort Katzenhagen bei Neetzka als Sohn des Bahnw\u00e4rters Paul Hackert und seiner Frau Elise das Licht der Welt. Kurze Zeit sp\u00e4ter zogen die Eltern nach Grischow. Dort wurde 1911 Walters Bruder Fritz geboren. &hellip; <a href=\"https:\/\/kleinvielen-ev.de\/?page_id=938\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Walter Hackert (1909-2007)<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":319,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kleinvielen-ev.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/938"}],"collection":[{"href":"https:\/\/kleinvielen-ev.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/kleinvielen-ev.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kleinvielen-ev.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kleinvielen-ev.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=938"}],"version-history":[{"count":21,"href":"https:\/\/kleinvielen-ev.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/938\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1614,"href":"https:\/\/kleinvielen-ev.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/938\/revisions\/1614"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kleinvielen-ev.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/319"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kleinvielen-ev.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=938"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}