Steinerne Zeugen einer herrschaftlichen Epoche

Ergebnisse einer Studienarbeit an der
Hochschule Neubrandenburg

Kürzlich präsentierten Studierende des Studiengangs Naturschutz und Landnutzungsplanung an der Hochschule Neubrandenburg auf einer „Landschaftskonferenz“ im Gemeindezentrum der Gemeinde Klein Vielen in Form von Vorträgen und einer Ausstellung die Ergebnisse ihrer Studienarbeit, in der sie sich auf die Spuren der ehemaligen Grenze zwischen den Großherzogtümern Mecklenburg-Strelitz und Mecklenburg-Schwerin begeben hatten.


Sie wollten wissen, ob es noch Zeugnisse dieser Grenze gibt, z.B. in Form von Grenzsteinen oder Grenzbäumen.
Dazu studierten sie alte Karten, suchten nach schriftlichen Quellen über Grenzmarkierungen, befragten Bürger und Bürgerinnen und begaben sich dann selbst auf Wanderungen, um den alten Grenzverlauf zu erkunden.
Und sie wurden fündig: Zwischen Oktober 2018 und Dezember 2018 erfassten die Studierenden im Gelände in einem ausgewählten Abschnitt der ehemaligen Grenze die noch vorhandenen Grenzsteine. Es kamen zwischen Prillwitz und Adamsdorf-Süd mehr als 200 Grenzsteine zusammen, steinerne Zeugen einer herrschaftlichen Epoche.
Die jungen Leute erfuhren dabei, dass anders als in anderen Bundesländern die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit solchen Kulturlandschaftselementen in Mecklenburg-Vorpommern nahezu gar nicht erfolgt ist. Die Studierenden betraten somit Neuland.
Gleichzeitig setzten sie sich mit der Landnutzungsgeschichte des Projektgebietes und der „Grenz-Geschichte“ Mecklenburg-Vorpommerns auseinander, um die Bedeutung dieser Grenze nachvollziehen zu können.
Die Ergebnisse ihrer Arbeit sind wichtig. Sie hoben einen bisher weitgehend unbekannten, unterschätzten heimatkundlichen Schatz und ermittelten dabei auch, welchen Gefährdungen er ausgesetzt ist. Auf manchen Abschnitten besteht ein erhebliches Gefährdungspotenzial, z. B. durch „Wegebau“ im Forst.
Der Schutz und die Pflege historischer Kulturlandschaftselemente gehört immerhin zum gesetzlichen Auftrag der Bundes- wie Landesnaturschutzgesetze. Und um solche Kulturlandschaftselemente handelt es sich bei den Grenzsteinen der ehemaligen großherzoglichen Grenze.
Unter Schutz stehen die Grenzsteine (noch) nicht, aber vielleicht trägt die Arbeit der Hochschule dazu bei, sensibler für den Schutz dieser wichtigen Zeugen der Vergangenheit zu werden.
[Hier können Sie die Vorträge und die Ausstellung als pdf finden].