Baustellenreport Jahn-Kapelle

Hier dokumentieren wir von Zeit zu Zeit die Baufortschritte an der Jahn-Kapelle. Die Dokumentation gilt auch als Dank an all diejenigen, die die Sanierung finanziell und durch ihre Fachkenntnisse unterstützen.
Die im Kleinformat abgebildeten Fotos können Sie per Mausklick vergrößern.

21. Oktober 2018
Es fehlt nicht mehr viel und die Arbeiten des 2. Bauabschnittes sind beendet. Die Hoffnungen, dass die Neue Ziegel-Manufaktur Glindow rechtzeitig die fehlenden Formsteine liefert, haben sich weitgehend erfüllt. Es fehlten sowohl Gesimssteine als auch Steine für die Sechspass-Maßwerkgalerie, die am Ende einen „Blumenschmuck“ im Übergang von Erd- zum Obergeschoss der Kapelle darstellt. Das Foto zeigt die beiden Formsteinarten.
In der vergangenen Woche konnten die Maurer wieder anrücken und die Arbeiten an den beiden letzten noch unfertigen Brüstungen fortsetzen, auf denen die Dächer der Seitenschiffe des Oktogons ruhen.
Die vorletzte wird wohl im Laufe der nächsten Woche fertiggestellt werden können, zur Beendigung der Arbeiten an der letzten fehlen noch wenige Gesimssteine! Sie aber müssen da sein, bevor die Maßwerkgalerie angebracht werden kann. Somit hoffen wir weiter!
Hier zwei Vorher-Nachher-Vergleiche der Dach- und Brüstungsarbeiten:
Der eine Vergleich zeigt die Fortschritte bei der Dachrestauration, der andere die beim Aufbau einer Brüstung und eines Daches an und über einem der Kreuzgewölbe des Oktogons.


Die Klempner der Fa. Hanke haben indessen die Arbeiten an den Dächern der acht Seitenschiffe erfolgreich beendet. Ob das Dach jemals so dicht war wie es nun ist?

5. Oktober 2018
Die Klempner der Firma Hanke sind mit ihren Arbeiten an den acht Dächern auf den Seitenschiffen weit vorangekommen. Es fehlt nicht mehr allzuviel und die Zinkabdeckungen sind fertiggestellt.
Zuvor hatten die Dachdecker auch den letzten Dachstuhl über dem einen Kreuzgewölbe montiert, das wegen des Tages des offenen Denkmals Anfang September noch so gelassen worden war, wie es nach der Schuttberäumung vorgefunden worden war. Damit wurden den Besucherinnen und Besuchern des Denkmaltages die aufeinander folgenden Schritte im Restaurierungsprozess demonstriert.
Und die Maurer hatten sämtliche Ummauerungen der Kreuzgewölbe einschließlich der Verzierungen wieder aufgemauert – soweit die Steine reichten. Denn leider fehlen noch Sechspasselemente und es fehlen auch noch Formsteine, die unter- und oberhalb der Sechspasselemente sitzen. Den Aufbau der Ummauerung der acht Kreuzgewölbe zeigt das nebenstehende Foto. Es fehlen dort „nur“ die Sechspasselemente (der „Blumenschmuck“).
Die Formsteine sind bestellt und es bleibt zu hoffen, dass sie bald den Brennofen verlassen und geliefert werden.

23. September 2018
Kaum ist man ein paar Tage nicht da, so verpasst man einiges am Bau… alle Kreuzgewölbe der acht Seitenschiffe des Oktogons sind wieder aufgemauert, im Innern der Kapelle kann man sich wieder sicher bewegen, ohne Angst haben zu müssen, dass einem Ziegelsteine auf den Kopf fallen.
Auf sieben der acht Kreuzgewölbe haben die Zimmerleute und Dachdecker die Dächer soweit wieder restauriert, dass Sie Schalung und Pappe tragen – nun fehlt noch die Zinkblechdeckung, mit der die Klempner aber auch bereits begonnen haben.
Wussten Sie eigentlich, dass  Klempner, Bauklempner und Isolierklempner in Deutschland als  Mangelberufe für Facharbeiter gelten und auf der Positivliste für ausländische Facharbeiter aus Nicht-EU-Staaten stehen?
Und wussten Sie, dass sie nach wie vor typische Männerberufe sind?
Klempnerinnen haben nur knapp über zwei Prozent Anteil an allen, die diesen Beruf ausüben. Der Beruf stellt eine ganze Menge Anforderungen:  Weichlöten, Hartlöten, Bördeln, Schweifen, Falzen, Kanten, Messen, technisches Zeichnen, fachbezogene Mathematik, Werkstoffkunde sind Qualifikationsmerkmale beim Konstruieren, Montieren oder Reparieren von Dachdeckungen. Also alle Achtung vor denen, die diesen Beruf an der „Jahn-Kapelle“ ausüben.

15. September 2018
Einen schönen Beitrag schrieb Heike Sommer vom Nordkurier – Regionalredaktion Neustrelitz – über den Stand der Bauarbeiten an der Kapelle. Er erschien in der Wochenendausgabe des NK vom 15./16.9.2018. Hier kann er nachgelesen werden.

8. September 2018
Tag des offenen Denkmals – weit über 100 Besucherinnen und Besucher waren neugierig auf die Baufortschritte an der Kapelle. Der Förderverein Jahn-Kapelle e. V. hatte einen Stand aufgebaut, an dem sich die Gäste informieren konnten, und sowohl Handwerker der beteiligten Firmen als auch Mitglieder des Vereins standen bereit für Führungen. In der Kapelle hatte der Verein eine Diashow installiert, mit der er das Baugeschehen seit 2016 Revue passieren ließ. Kaffee und Kuchen gab es inklusive, bei klassischer Musik, die dem gesamten Innenraum der Kapelle eine feierliche Stimmung gab.
Die Gäste spendeten über 600 Euro, die bei der Finanzierung weiterer Maßnahmen helfen werden, insbesondere bei der Sanierung der Fial-Kreuzblumen an der Laterne – ganz herzlichen Dank!

31. August 2018
Der „Tag des offenen Denkmals“ naht – am 9. September 2018 ist es soweit.Zum 25. Mal wird dieser Tag von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz veranstaltet, um den Menschen in unserer Republik zu zeigen, warum es sich lohnt, kulturlandschaftliche Zeugnisse – darunter unsere Baudenkmale – zu erhalten und zwar grundsätzlich zweckfrei, um ihrer selbst willen. Denn nicht nur die Kunstfertigkeit früherer Handwerker- und Architekten-Generationen wird damit erhalten. Auch Ausdrucksformen politischer und ökonomischer Geschichte werden  überliefert – so etwa in Klein Vielen der Repräsentationswille der Familie Jahn.
Am Tag des offenen Denkmals können die Baufortschritte an der Kapelle in Klein Vielen, die unter anderem mit Mitteln der Deutschen Stiftung Denkmalschutz erzielt wurden, ebenfalls bewundert werden.
Mitglieder des Fördervereins Jahn-Kapelle Klein Vielen e. V. werden ab 11 Uhr bis 16 Uhr vor Ort sein und Besucherinnen und Besucher informieren. Sie sind herzlich eingeladen!
In den vergangenen zwei Wochen ist wieder sehr viel geschehen. Bis auf ein Kreuzgewölbe sind alle anderen saniert – grandios!Das noch nicht sanierte soll Besucherinnen und Besuchern während des Tages des offenen Denkmals am 9. September 2018 zeigen, wie es aussah, bevor die Sanierungsarbeiten losgingen.
Die Dachdecker haben fünf der acht erforderlichen Dachstühle, die die Dächer auf den Seitenschiffen tragen sollen, gebaut, nachdem die Maurer die Strebpfeiler und Mauern dort wieder hochgezogen hatten. Wie eklatant der Unterschied zwischen alt und neu ist, zeigen die Fotos!

18. August 2018
Keine Atempause – Geschichte wird gemacht
– es geht voran…

Dieses Lied fällt einem ein, wenn man derzeit ab und an auf der Baustelle ist.
Nun sind auch die Dachdecker wieder vor Ort und bauen Schritt für Schritt, Seitenschiff für Seitenschiff den Dachstuhl für das Dach, das die Kreuzgewölbe schützen wird.

3. August 2018
Die Sanierung der Gewölbedecken und der Fassade schreitet voran. Innerhalb einer Woche erhielten sechs der acht Kreuzgewölbe der Seitenschiffe wieder einen sicheren Schutz gegen Wind und Wetter. Die kunstfertigen Maurer von der Fa. Werdermann schlossen dabei auch die Löcher in den Kreuzgewölben und putzten sie ab. So langsam kommt wieder „Struktur in den Bau“.
Hier sehen Sie ein paar Bilder vom gelungenen Werk der Handwerker. Für die Genehmigung der Veröffentlichung, die sie uns erteilt haben, herzlichen Dank!.

21. und 28. Juli 2018 – Freiwilligeneinsatz nach großer Überraschung
Großer Dank gilt Jörg, Helmut, Hella, Krischi, Martin, Hermann und Thomas (für fachkundige Beratung). Sie beräumten in einer zweitägigen Freiwilligen-Aktion große Mengen Schutt, der sich in Jahrzehnten auf den Kreuzgewölben der Seitenschiffe der Kapelle angesammelt hatte.
Großer Dank gilt auch Andrea und Uta, die für das leibliche Wohl in den Pausen sorgten!
Hier sehen Sie einige Fotos von dem Freiwilligeneinsatz.
Zum Hintergrund der Aktion:
1996 wurde auf Initiative der Gemeinde Klein Vielen ein Notdach montiert (siehe Foto 1), das die Kreuzgewölbe, die Decken der acht Seitenschiffe des Oktogons, schützen sollte.
Als dieses alte Notdach zwecks Grundsanierung des Dachstuhls mit folgender Neueindeckung des Daches nun abgenommen wurde, bot sich eine unerwartete Überraschung.
Bis 1996 müssen die Kreuzgewölbe viele Jahre lang vollkommen ohne schützendes Dach gewesen sein, denn es hatten sich ohne Schutz gegen Wind, Regen, Schnee und Sonne durch Samenflug Birken angesiedelt. Sie entwickelten sich im Laufe der Zeit zu einem stattlichen „Wald“.
Zeitzeugen aus dem Dorf Klein Vielen berichteten, dass dieser Bereich „grün“ war.Hinzu kamen herabfallende Formsteine und Ziegel  aus der „oberen Etage“, von der Attika (Ringmauer), die einst das Dach des Erdgeschosses umrandete und von den Strebpfeilern und Fialen im Bereich der Laterne (siehe Foto 2).
So sammelte sich über die Jahre hinweg eine Menge Schutt an, der die Gewölbedecken so belastete, dass sie teilweise bereits einstürzten.
Zwar wurden 1996 die Birkenbäumchen abgesägt und das Notdach wurde aufgebracht, um weiterem Verfall entgegenzuwirken, aber der Schutt blieb liegen und den konnte vom Erdgeschoss aus keiner sehen. 
Nun erblickten der Schutt und die vielen Bäumchen-Stümpfe erneut das Licht der Welt, als das Notdach entfernt wurde, um die Sanierung dieses Bereichs vorzubereiten.
Eine große und unangenehme Überraschung, die sich da bot!
Was tun?
Die Kosten für die Beräumung waren von der Gemeinde nicht eingeplant worden, weil sie nicht vorhersehbar waren.
Aber es fanden sich spontan Freiwillige aus der Gemeinde, darunter Mitglieder der beiden Vereine Klein Vielen e.V. und Förderverein Jahn-Kapelle e.V., die sich dieser Aufgabe annahmen, und sie leisteten zwei Tage lang ganze Arbeit. 
Ungefähr einhundert Schubkarren Schutt wurden beräumt. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen: Alle Gewölbedecken wurden wieder freigelegt, ohne dass weitere Schäden auftraten (Fotos 3 und 4).
Und es gab zusätzlich Erfreuliches! Denn bei der Beräumung fanden sich glücklicherweise auch eine ganze Menge Schmuck-Formsteine an, die nun wieder eingebaut werden können.
Darunter waren Steine, die unterhalb der Fialen auf den Strebpfeilern saßen, 1/3-Steine von den Sechspass-Elementen, die die  Attika (Ringmauer) am Dach des Erdgeschosses schmück(t)en und dazu noch halbe Nonnenköpfe.

18. Juli 2018 
Die Arbeiten am 2. Bauabschnitt haben begonnen.
Nun geht es darum, sich in Richtung Erdgeschoss vorzuarbeiten, ein noch langer Weg.
Ziel des 2. Bauabschnittes ist es, die Fassade und das Dach im Obergeschoss sowie die Kreuzgewölbe der acht Seitenschiffe zu sanieren, auf denen das Dach liegt.
Auf dem Foto sieht man, dass die Handwerker für die Fassadensanierung Fuge für Fuge auskratzen müssen – eine mühsame Arbeit. Und viele defekte Steine müssen aus dem Mauerwerk „herausgepult“ und neue wieder eingesetzt werden.

23. Juni 2018
Die Dacharbeiten an der Turmspitze der Laterne gehen dem Ende entgegen. Es fehlen nur noch die Fial-Abdeckungen im Bereich der Laterne, die derzeit in einer Klempnerei hergestellt werden.

8. Mai 2018
Gestern wurde der 1. Bauabschnitt erfolgreich abgenommen.
Die Rest-Arbeiten am Dach auf dem 2. Obergeschoss der Jahn-Kapelle erforderten ganze Arbeit. In Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde war als Bedeckungsart Zinkblech gewählt worden.
Die Montage bedurfte einer handwerklichen Kunstfertigkeit der Dachklempner, die der an den anderen Gewerken nicht nachstand.
Ecken und Kanten mussten abgedeckt und -gedichtet werden, was einer Sisyphos-Arbeit glich.Immer wieder musste gekantet, geschnitten, gefalzt werden….
Da die Holz-Fialen an der Laterne teilweise sehr verwittert waren und die Gefahr bestand, dass über sie Feuchtigkeit ins neue Innere des Daches gelangen würde, wurden auch sie mit Zinkblech eingekleidet. Dadurch werden der Nachwelt einerseits die Original-Holz-Fialen erhalten und andererseits wird der Dachstuhl langfristig geschützt. Interessant ist, dass durch diese Zinkverkleidung, über die unter den Baubeteiligten kontrovers diskutiert wurde, sich die Holzfenster der Laterne markant abheben und noch mehr Wirkung entfalten. Die Lichtspiele am erneuerten Dachgeschoss sind bereits jetzt imposant.
Jetzt fehlt nur noch die Deckung des Laternendaches und dann erstrahlt (fast) das ganze Dachgeschoss in altem neuem Glanz – fast, weil der Wiederaufbau der Fialen auf den Pfeilern des 2. Obergeschosses einem späteren Bauabschnitt vorbehalten ist. Und dieser muss erst noch finanziert werden.
Ihre Spende für diese Fialen ist herzlich willkommen. Spenden können Sie über den gemeinnützigen Förderverein Jahn-Kapelle Klein Vielen e.V., zu diesem geht es hier…

31. März 2018
Es ist geschafft! Die Jahn-Kapelle trägt wieder ihre Krone, die Kreuzblume wurde von Mitarbeitern der Firma Werdermann gesetzt und fest verankert.
Der Restaurationswerkstatt von Wolfgang Hofmann und Cora Zimmermann aus Peenemünde ist zu verdanken, dass die alte Kreuzblume in neuem Glanz erscheint – ein Meisterstück!
(Fotos: Pitt Venherm; Cora Zimmermann)

26. Februar 2018
Am Montag, den 26. Februar 2018, erschien ein Beitrag von Claudia Schalla / NDR und ihrem Kamerateam über die Restaurierungsarbeiten an der Jahn-Kapelle im „Nordmagazin“ (Mecklenburg-Vorpommern).
Hier können Sie ihn sehen.

23. Februar 2018
Heute gab es den ersten Versuch, die wunderschön restaurierte Kreuzblume auf die Turmspitze zu montieren. Dabei zeigte sich, dass an zwei Stellen noch nachgearbeitet werden muss, um die Passgenauigkeit herzustellen. Geduld ist wieder einmal angesagt…

31. Januar 2018
Jürgen Krämer hat dieser Tage sieben der von ihm selbst gefertigten Holzfenster für die Laterne montiert.  Aus dem Innern der Laterne ergibt sich ein sehr schönes Bild von der Kunstfertigkeit dieser Schmuckelemente! So langsam steigt die Spannung, wie das Dach der Jahn-Kapelle wohl aussehen wird, wenn es ganz fertig ist.

19. Januar 2018
Am 9.1.18 gingen die Bauarbeiten dank der milden Witterung weiter. Die Bauhandwerker rückten mit einer „verstärkten Mannschaft“ an. Dadurch konnten die Maurerarbeiten an der Attika beendet werden.
Auch die Dachdecker rückten an. Sie hatten die Frosttage Anfang der 2. Januarwoche genutzt, um alles benötigte Material den Klingenberg hinaufzuschaffen.
Es gelang sogar, mit einem Fahrzeug hinaufzufahren. Einen Tag später setzte wieder Tauwetter ein, und da wäre dies nicht mehr möglich gewesen. Der Himmel hatte ein Einsehen….
Die Dachdecker maßen die Aufschieblinge für das Dach auf und montierten sie. Danach wurde begonnen, die Holzschalung aufzubringen. Diese Arbeiten sind fast fertig. Und dann fehlen „nur“ noch die Zinkabdeckung, um das Dach auf Dauer wetterfest zu machen, die Holzfenster für die Laterne und die dazu gehörigen Schutzgitter sowie die Kreuzblume. Die Holzfenster und die Kreuzblume sind fertig und warten auf den Einbau.
Hoffen wir, dass das milde Wetter noch ein paar Tage anhält.

16. Dezember 2017
Kürzlich wurden die Formsteine geliefert, mit denen das Maßwerk auf allen acht Seiten des Oktogons wiederhergestellt wird. Es handelt sich dabei um den sogenannten Sechspass, von dem es auf jeder der acht Seiten drei Stück geben wird. Unser Maurerkünstler hat sie bereits angebracht und auf dieser Seite des Oktogons die beiden letzten noch erhaltenen alten Sechspass-Elemente integriert.
Auch die Strebpfeiler für die Fialen hat er bereits wieder aufgebaut.
Nun fehlt noch die Mauerkrone und dann kann das Dach gedeckt werden.
Scrollen Sie doch einmal ganz hinunter, dann sehen Sie, wie es anfangs ausgesehen hat.
Hoffen wir, dass in der kommenden Woche das Wetter noch mitspielt, bevor der Maurer und sein fleißiger Helfer in den wohlverdienten Weihnachtsurlaub gehen.
Die Arbeiten, die in den vergangenen Wochen geleistet wurden, litten unter dem ständigen Regenwetter, das die Zufahrt zum Klingenberg „aufgeweicht“ hat, sodass die ganzen Formsteine per Hand den Hügel hinausgeschleppt werden mussten. Möge das neue Jahr ein wenig stabileres Wetter bringen.

22. Oktober 2017
Nach langer Brennzeit konnte der Ringofen im Ziegel-Manufakturbetrieb geöffnet werden, in dem die Formsteine gebrannt worden waren, die für den Wiederaufbau der Attika (Ringmauer) nebst Verzierungen gebraucht werden. Und dann wurde die erste Marge der schönen neuen Formsteine geliefert, auf die die Maurer sehnlichst gewartet hatten.
Nun geht es im Dachgeschoss voran mit dem diffizilen Aufbau der Attika.

Die Richtkrone ist gesetzt.

29. September 2017 – Richtfest !
Das war ein feierlicher Moment für alle am Bau Beteiligten und Interessierten aus Klein Vielen und Umgebung: Die Kapelle erhielt den Richtkranz, und diesen Anlass nutzten die Ostdeutsche Sparkassenstiftung und die Kreissparkasse Mecklenburg-Strelitz, um eine Zuwendung zu überreichen, die helfen soll, das Eingangsportal der Kapelle zu erneuern.
Dafür ganz herzlichen Dank!
Dieser gilt aus gegebenem Anlass auch den Bauhandwerkern der Firma Werdermann und dem Architekturbüro Peters! Der erneuerte Dachstuhl ist ein wahres Meisterwerk und Resultat einer gelungenen Zusammenarbeit zwischen neuester computergestützter  Entwurfstechnik und Bauhandwerkskunst.
Das begleitende Architekturbüro fertigte einen 3-D-Entwurf, der von den Bauhandwerkern ganz hervorragend aufgenommen und umgesetzt wurde.

Ein Teil des Teams, das die Sanierung des Daches bewerkstelligt.

Dabei erwies sich der Wiederaufbau für die Handwerker als wahre Herausforderung, denn das Baugelände ist kein „übliches“. Eichenbalken für Eichenbalken musste auf den steil aufragenden Klingenberg, auf dem die Kapelle thront,  gebracht werden. Stets barg diese Arbeit die Gefahr, dass die eingesetzten Fahrzeuge umkippten.
Dann wurden die Balken mit dem Flaschenzug nach oben gezogen. Keiner der wertvollen und teuren Eichenbalken durfte beschädigt werden. Und „oben“ war schwere körperliche Arbeit gefordert, um sie zu der neuen Dachkonstruktion zusammenzumontieren. Auch hier lautete die Devise: „Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste“. Das galt für Mensch wie schon fertiggestellte bisherige Arbeiten. Und – es gelang!
Den Abschluss des Daches bildet die sogenannte Laterne (altgriechisch λαμπτήρ lamptér = Leuchter, Fackel) – ein turmartiger Aufsatz, der bei der Jahn-Kapelle mit verzierten Holzfenstern ausgestattet ist – ein repräsentatives, das ganze Bauwerk ‚überhöhendes‘ Schmuckelement.
Das Neue wurde mit dem Alten dadurch verbunden, dass acht alte Eichenbalken, die bei dem ursprünglichen Bau die Fialen bzw. Fialtürmchen im obersten Dachbereich bildeten, wieder mit eingebaut wurden. Die Wirkung dieser Kombination überzeugt!
Ein weiteres Schmuckelement ist in Arbeit: Von dem Berliner Kunsttischler Jürgen Krämer bzw. der Werkstatt „Möbelhandwerk Berlin – Krämer & Grimm“ werden die acht mit Spitzdach, Kreuzblume und Dreipassbögen verzierten Eichenholzfenster getischlert, die den unteren Teil der Laterne schmücken werden. Er leistet diese etwa 10 Wochen „netto“ erfordernde Arbeit umsonst und spendet damit die Fenster!!  Auch ihm gilt ganz herzlicher Dank!
Jürgen Krämer hatte zum Richtfest zwei fertige Fenster

Jürgen Krämer mit einem der Laternen-Fenster.

mitgebracht, und nun gab es die Probe aufs Exempel, ob die Abstimmung zwischen ihm und dem Architekturbüro Peters funktioniert hatte: Eines der Fenster wurde montiert und – es passte!
Die Holzfenster werden von der bevorstehenden Deckung des Daches mit Zinkblech frei bleiben und damit weithin sichtbar sein. Wie die Fenster im sanierungswürdigen Zustand aussahen, kann hier  am alten Zustand abgelesen werden.
Restauriert wird auch die Kreuzblume mit dem Kreuz, die die Spitze der Laterne krönen soll. Sie ist derzeit ebenfalls „in Arbeit“.
Zum Richtfest war auch Heike Sommer von der Nordkurier-Redaktion Neustrelitz erschienen. Ihr Bericht kann hier nachgelesen werden. Und auch im Kreisanzeiger des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte erschien ein Beitrag, den die 1. Vorsitzende des Fördervereins Jahn-Kapelle, Dr. Annegret Stein, verfasst.
Hier kann auch dieser Artikel gelesen werden.
Nun stehen die Arbeiten bevor, die der Vorbereitung der Wiedereindeckung des Daches (mit Zinkblech) dienen.

Das Fenster passt!!

Alle warten sehnlichst auf die Lieferung von hunderten Formsteinen. Sie soll in etwa drei Wochen erfolgen. Dann kann die sogenannte Attika wieder aufgebaut werden.
Bei der Attika handelt es sich in der Architektur um eine über dem sogenannten Kranzgesims befindliche Abschlusswand zur Verdeckung eines Teils des Daches.
Und auch die Strebpfeiler, die die acht Fialen im zweiten Geschoss tragen sollen, müssen ergänzt werden.
Eine bevorstehende knifflige Ingenieurs- und Handwerksleistung ist auch die Sicherung des Regenwasserabflusses.
Wenn all diese Arbeiten abgeschlossen sind, wird die Jahn-Kapelle wieder ein „richtiges“ Dach tragen in einer Form, wie sie noch kein lebender Klein Vielener gesehen hat.

3. Juli 2017
Ein schöner Bericht über den „Stand der Dinge“ erschien heute im „Strelitzer Kurier“, der Lokalausgabe des Nordkurier. Hier können Sie den Artikel im „Nordkurier“ vom 3.7.2017, S. 16 lesen… mehr

Ein kleiner Vorher-Nachher-Vergleich des Zustandes im Obergeschoss im April und Juni 2017.

30. Juni 2017
In wenigen Tagen ist es geschafft. Das Tragwerk für das Dach und die Laterne wird wiederhergestellt sein.  Das Dach und die Laterne werden zur Zeit hergestellt bzw. restauriert.
Die Maurerkünstler haben für die Vorbereitung des Dach-Wiederaufbaus die acht Strebepfeiler allesamt fast vollständig wieder aufgemauert und – sofern die Elemente noch vorhanden waren – mit den Strebepfeiler-Gesimssteinen versehen, sodass zu gegebener Zeit auch die Fialen wieder gen Himmel wachsen können.
Das Foto zeigt, wenn der obere mit dem unteren Bereich verglichen wird, wie der Zustand vor der Restaurierung war.
Auch die Bogen-Friese, die das Mauerwerk gliedern, wurden entsprechend der Menge der noch vorhandenen Zierelemente restauriert. In beiden Fällen müssen fehlende Bauelemente noch hergestellt und geliefert werden, bevor sämtliche Verzierungen in altem Glanz erstrahlen. Das Foto oben rechts zeigt bereits die ganze Pracht, die sich zeigen wird, wenn alle Fries-Elemente des Oktogons wiederhergestellt sein werden.

9. Juni 2017
Langsam nimmt das Obergeschoss wieder Formen an.
Stück für Stück stellen die Maurer das Mauerwerk der Außenwand wieder her. Stein für Stein wird abgetragen und wieder eingesetzt. Schadhafte Gesimssteine und Nonnenköpfe müssen saniert und teilweise erneuert werden, eine mühsame Kleinarbeit, bei der sich die Maurer als wahre Künstler erweisen.
Dabei verwenden sie so viele alte Mauersteine wie möglich.
Die Fotos lassen langsam erahnen, wie das Obergeschoss des Buttel-Bauwerks nach seiner Sanierung wieder aussehen wird.

Die Kreuzblume (ohne Kreuz)

26. Mai 2017
Seit drei Wochen sind die Bauarbeiter mit dem Wiederaufbau der Strebepfeiler und des Gesimses beschäftigt, um die Tragfähigkeit des Obergeschosses für den Wiedereinbau der Laterne zu gewährleisten.
Etliche Nonnenköpfe und Gesimssteine müssen aber auch neu hergestellt werden.

4. Mai 2017
Die Bauarbeiter beginnen, schadhafte Teile im Mauerwerk der Außenwand abzutragen, um die Vorbereitungen für die Sanierung von Dach und Laterne zu treffen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg konnten sich in der Außenwand im Obergeschoss der Kapelle Birken ansiedeln, die im Mauerwerk durch ihre Wurzelbildung erhebliche Schäden angerichtet haben. Die Bauarbeiter begannen damit, zunächst das Mauerwerk der Außenwand herunterzubauen und die Wurzelreste zu entfernen.

April 2017: Kapelle ohne Dach und Laterne
Kürzlich wurde nach der Dacheindeckung auch die beschädigte Laterne der „Jahn-Kapelle“ demontiert, weil sie restauriert und zum Teil erneuert werden soll.  Vertreter der Baufirma Werdermann und des Architekturbüros Peters (Neustrelitz) zeigten sich beeindruckt von der Konstruktion, die die Laterne zusammenhielt (siehe Foto).
Demontiert wurde auch die gusseiserne Kreuzblume, die das Dach schmückte und auf der noch die Kreuzspitze thronte. Die Kreuzblume muss ebenfalls restauriert werden.
Derzeit führt ein Student der Hochschule Neubrandenburg auf dem Klingenberg, an der Allee dorthin und im alten Gutspark Klein Vielen Untersuchungen durch, um das Alter der Bäume dort bestimmen zu können. Erste Ergebnisse lassen den Schluss zu, dass auf dem Hügel selbst zur Erbauungszeit nur etwa ein Dutzend Bäume, vornehmlich Eichen, gestanden haben können, die vermutlich im Zusammenhang mit dem Bau gepflanzt wurden.

Welch ein Turmgewölbe!
Als Dach und Dachstuhl entfernt worden waren, kam das Turmgewölbe der Kapelle vollends zum Vorschein.
Nach erster Einschätzung wies es keine nennenswerten Schäden auf, ein Glücksfall für die weitere Sanierung.
Die Gewölbekonstruktion – hier von oben betrachtet – ist ebenso beeindruckend wie die Dachkonstruktion und die Kreuzblume.

Beginn der Grundsanierung
Die statische Grundsanierung der „Jahn-Kapelle“
in Klein Vielen kann beginnen.
Im Spätherbst wurde die Kapelle eingerüstet. Wie bedauernswert der Zustand der Kapelle ist, erschließt sich ein wenig aus dem Foto vom Februar 2017. Im Obergeschoss hatten sich Birken angesiedelt und das gesamte Mauerwerk durchwurzelt, das auseinanderzubrechen drohte.
Möglich gemacht wird die Restaurierungsmaßnahme durch eine Förderung aus dem EU-Programm LEADER.
Für die Finanzierung darüber hinausgehender Sanierungsmaßnahmen konnte auch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz gewonnen werden. Und viele Menschen spendeten für die Stiftungsaktion „Denkmal in Not“, in die das Kapellenprojekt aufgenommen wurde und einzelne großzügige Spender unterstützen einzelne Rekonstruktionsmaßnahmen.
Ein ganz herzliches Dankeschön allen, die das Projekt finanziell oder durch ihr Fachwissen unterstützen.
Und auch die Ostdeutsche Sparkassenstiftung spendet. Durch ihre Spende soll die Wiederherstellung der Eingangstür mitfinanziert werden.
Die Urheber der Fotos auf dieser Seite sind: Hella Schulz, Hermann Behrens und Pitt Venherm.